Deep Inside the Glacier: Lienzer Fotografin Judith Mijderwijk international erfolgreich
Bei den Wettbewerben „Planet Earth“ 2026 und „Bewerkte foto“ des niederländischen Fotomagazins Zoom.nl gewann die Lienzerin erste Preise. Zudem präsentiert sie ihr mehrjähriges Projekt über die Alpengletscher beim Chamonix Photo Festival.
Die Bergfotografin Judith Mijderwijk, Mitglied des Fotoclubs Lienz, gewann mit „Deep Inside the Glacier” den 1. Preis beim internationalen Wettbewerb „Planet Earth“ 2026 von Life Framer. Die Aufnahme entstand im Morteratschgletscher im Kanton Graubünden und ist inzwischen zum zentralen Motiv ihres Projekts über die Alpengletscher geworden.
Ausgewählt wurde das Siegerfoto von Myrtille Delamarche, Chefredakteurin von GEO France, die dazu sagt: „Ich habe schon so viele Fotos von Gletschern gesehen, dass ich nie gedacht hätte, dass ich dieses Motiv für das Gewinnerfoto wählen würde. Und doch vereint dieses Bild alle Zutaten eines großartigen Eisfotos: eine wunderschöne Komposition, insbesondere dank der Decke, die es einrahmt, überraschende Elemente wie die Säule und das Licht am Ende des Tunnels sowie eine reichhaltige Palette an Blautönen und durchscheinenden Farben. Das richtige Licht, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.”
„Deep Inside the Glacier” wird im Rahmen mehrerer internationaler Ausstellungen gemeinsam mit den weiteren Gewinnerarbeiten von Life Framer präsentiert. Der erste Preis ist mit 2.000 US-Dollar dotiert. Der Erfolg ist umso bemerkenswerter, weil „Deep Inside the Glacier“ bereits zwei Wochen zuvor den 1. Preis beim Wettbewerb „Bewerkte foto“ des niederländischen Fotomagazins Zoom.nl gewonnen hatte. Dort kürte der international angesehene Landschaftsfotograf Albert Dros die Aufnahme zum Siegerbild.
Judith Mijderwijk bei der Arbeit in einer Gletscherhöhle des Morteratschgletschers.
Als weitere wichtige internationale Anerkennung wurde Mijderwijk vom Chamonix Photo Festival ausgewählt, ihr mehrjähriges Projekt über die Alpengletscher vom 23. bis 25. Oktober 2026 in Chamonix auszustellen. Das Festival im Herzen der Alpen bietet dafür ein besonders passendes Umfeld, das in unmittelbarem Bezug zu den Themen des Projekts steht.
Das Projekt ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit vor Ort und widmet sich der Schönheit, Fragilität und raschen Veränderung der Alpengletscher. Der Morteratschgletscher nimmt darin eine zentrale Rolle ein. Mijderwijk fotografiert ihn sowohl von außen als auch von innen und begibt sich in den Wintermonaten in Gletscherhöhlen, um eine vergängliche und sich ständig wandelnde Welt zu dokumentieren.
Die niederländische Bergfotografin hat ihren Hauptwohnsitz seit mehreren Jahren in Lienz und ist sowohl in Österreich als auch in der Schweiz fotografisch tätig. Seit Kurzem ist sie zudem Landesobfrau des ÖVF-Landesverbands Tirol und vertritt damit die Tiroler Fotoclubs innerhalb des Österreichischen Verbands der Fotografie (ÖVF).
Ein Teil von Judith Mijderwijks Ausstellung über die Alpengletscher im Dazio Grande im Tessin
Die Siegeraufnahme ist zugleich das Titelbild des Ausstellungsprojekts über die Alpengletscher sowie des dazugehörigen Katalogs „Die fragile Schönheit der Gletscher – eine verschwindende Welt”. Arbeiten aus dem Gletscherprojekt waren bereits unter anderem im Tessin, in Zürich und in Amsterdam zu sehen. Am 14. und 15. November 2026 wird eine weitere Auswahl auf der „Photo+Adventure Fotomesse” in der Pyramide Wien/Vösendorf präsentiert.
Auch in ihrer Wahlheimat Osttirol möchte Mijderwijk das Projekt künftig in größerem Umfang zeigen. Das Gesamtprojekt umfasst inzwischen mehr als 60 großformatige Fotografien und wird je nach Ausstellungsort in unterschiedlichen Zusammenstellungen präsentiert. Für eine umfassende Präsentation in Osttirol sucht sie derzeit nach einem geeigneten Ausstellungsort und möglichen Kooperationspartnern.
Text: Redaktion, Fotos: Judith Mijderwijk, Toni Bischof Ladir


