Robert Hippacher: „Was gibt es Schöneres, als sein Hobby zum Beruf machen zu können!“
… sagt ORF-Reporter Robert Hippacher. Der Osttiroler, der heute gemeinsam mit Kameramann Markus Mayr ein eingespieltes Duo bildet, erinnert sich noch sehr gut an die Eröffnung der ORF-Außenstelle Lienz vor 25 Jahren.
Seitdem wurden tausende Berichte und Reportagen, ob Chronik, Politik, Kultur, Sport oder Porträts über Menschen, aus dem Bezirk Lienz ins Landesstudio nach Innsbruck geliefert oder für andere Landesstudios bzw. österreichweite Übertragungen gestaltet. Uns hat Robert Hippacher erzählt, woher seine Leidenschaft für Fernsehen und Radio stammt und wie alles gekommen ist.
Lienz, Wien, Innsbruck und retour
Robert Hippacher ist gebürtiger Lienzer. Schon in seiner Schulzeit am Gymnasium Lienz fotografierte er gerne und unternahm als 15-Jähriger erste filmische Versuche. „Gemeinsam mit Walter Pichler, der damals eine Parallelklasse im Lienzer Gymnasium besuchte, habe ich in einem Filmclub in Lienz einen Liebesfilm mit dem Titel Ti amo und später unter anderen auch den Film Warum produziert. Gedreht wurde an verschiedenen Schauplätzen und in beiden Filmen spielte ich die Hauptrolle“, erinnert er sich schmunzelnd zurück und meint, dass sich seine Affinität in Richtung Film eben schon damals abzeichnete. „1983 erhielten wir für den Film Wir sind jung sogar einen Jugendfilmpreis.“ Nach der Matura übersiedelte Robert nach Wien, wo seine Schwester Monika lebte und er sich zunächst dem Pharmaziestudium zuwandte. „Mein Interesse galt aber eigentlich von Beginn an weniger der Pharmazie als der Filmakademie. Hier engagierte ich mich schon als Zweitsemestriger als Komparse, als Filmrollen Träger und sprichwörtlich Mann für alles.“ Wenig verwunderlich sattelte er dann auf andere Fächer wie Theaterwissenschaft, Publizistik, Kommunikationswissenschaft und Psychologie um, die mehr seinen Talenten und Zukunftswünschen entsprachen. 1992 schloss er mit Erfolg das Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft ab. Bereits während der Studienjahre absolvierte der vielseitig Interessierte Praktika bei Zeitungen in Wien und Lienz und begann für den ORF Tirol zu arbeiten.
„Für ein Radiofeature habe ich mein erstes, selbstverdientes Geld erhalten. 1.200 Schillinge waren das damals – viel Geld für mich“, blickt er zurück. Die nächsten Schritte auf dem Weg hin zum heute viel beschäftigten Journalisten führten ihn über den ORF in Wien, wo er z.B. beim ersten Sendungsverantwortlichen von „Hohes Haus“, Helmut Pfitzner, Erfahrungen sammelte. Hans Benedikt, ein gebürtiger Tiroler, der zu dieser Zeit als Korrespondent für den ORF im Nahen Osten tätig war, stellte für Hippacher einen Kontakt zum Intendanten des Landesstudios Tirol, Rudolf Nagiller, her. So arbeitete Hippacher in Innsbruck bald für das damalige Sommerradio, für den aktuellen Dienst und wechselte schließlich über „Tirol heute“ zum Fernsehen. „Und hier bin ich bis heute auch geblieben“, meinter. Nach Abschluss des Studiums und dem Zivildienst gestaltete der junge Reporter zunächst als freier ORF-Mitarbeiter Beiträge aus Innsbruck und auch aus dem Bezirk Lienz und fungierte schon zu dieser Zeit als eine Art „Osttirol-Korrespondent“.

Vom ersten ORF-Studio in Osttirol bis heute
Mit seiner Hochzeit verlagerte sich der Lebensmittelpunkt Hippachers endgültig nach Lienz. „Am 28. April 2000 heirateten meine Frau und ich“, erzählt er. Wenige Tage später musste Robert nach Südtirol, wo er im Auftrag des ORF Tirol für „Südtirol heute“ Starthilfe zu leisten hatte. Die Monate im Frühling 2000 waren für den Lienzer nicht nur privat etwas ganz Besonderes. Am 1. Juni 2000 öffnete auch das erste ORF-Büro in Lienz seine Pforten. „Unglaublich viel Überzeugungsarbeit war im Vorfeld notwendig, um die Zusage vom damaligen Landesintendanten Roland Adrowitzer und von Landesdirektor Robert Barth für die Außenstelle Osttirol zu erhalten. Gemeinsam mit Producer Walter Gruber, Peter Mutschlechner (Ton) und Markus Mayr (Kameramann und Cutter) konnte ich dann aber mit der Arbeit im Lienzer Studio starten.“ Heute, 25 Jahre später, ist die Außenstelle Osttirol aus der aktuellen Berichterstattung aus dem Bundesland Tirol nicht mehr wegzudenken. „Ungeachtet aller Anfangsskepsis innerhalb des ORF konnten wir uns bewähren und mit tausenden von Reportagen das Geschehen im Bezirk Lienz seriös und nachhaltig dokumentieren”, kommuniziert Robert Hippacher den Erfolg.
Vom „alten“ Team sind heute noch er und Markus Mayr als Kameramann geblieben. Die Zusammenarbeit mit Markus streicht Journalist Hippacher besonders heraus. „Wir haben ähnlich hohe Ansprüche und verstehen bzw. ergänzen uns ausgezeichnet. Ich bin sehr froh, Markus an meiner Seite zu haben.“ Die Qualität ihrer beider Arbeit belegen bis heute unzählige Fernsehbeiträge für „Tirol heute“, „Kärnten heute“ und „Südtirol heute“, für fast alle Bundesländersendungen und österreichweit für die ZIB 1 und 2. Zudem produzierte das Duo Hippacher und Mayr gemeinsam auch zahlreiche Dokumentationen für „Erlebnis Österreich“ und „Österreich Bild“. Als zwei Beispiele unter vielen seien die Sendungen „Bike-Land Osttirol – hier radeln Weltmeister“ aus 2016 oder „So isst Osttirol“ aus 2021 genannt. Das Studio am Falkenweg in Lienz ist auch Anlaufstelle für andere ORF Produktionen, für „Licht ins Dunkel“ oder für das Frühstücksfernsehen des ORF, „Guten Morgen Österreich“, und Ausgangspunkt für Berichte für Radio Tirol, Radio Kärnten, Ö3 und Ö1. Möglich macht dies auch die moderne Technik, die sich, wie Robert Hippacher ausführt, in den vergangenen 25 Jahren sehr stark gewandelt hat. Derzeit beschäftigen sich er und Markus Mayr mit den Vorbereitungen einer Produktion, die unter dem Arbeitstitel „Eggers Erben“ die Künstlerszene in den Fokus rücken wird. „Osttirol hat unglaublich viele Kunstschaffende, die zu Hause oder auswärts arbeiten“, lässt er dazu wissen. Die Frage, woher die Ideen für seine Arbeit kommen, beantwortet er mit dem Hinweis auf den „Klassiker“ Straße. „Ich höre den Menschen zu und erfahre immer wieder Interessantes und Neues.“
Peter Mutschlechner, Markus Mayr, Robert Hippacher ein Jahr nach Eröffnung der ORF-Außenstelle Osttirol bei einem Dreh im Lienzer Talboden
Ein Blick zurück und voraus
Inzwischen 63-jährig, denke er, wie Robert Hippacher abschließend sagt, natürlich manchmal auch schon an die bevorstehende Pension. „Wenn ich heute zurückschaue, kann ich mich wirklich nicht beklagen. Es war mir möglich, mein Hobby zum Beruf zu machen. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf das, was kommen mag. Mir wird auch im vielzitierten Ruhestand ganz sicher nicht langweilig werden. Ich denke an mehr Zeit für die Familie, für mein Hobby – die Musik, für Reisen in den Süden und für mehr Muße, gemeinsam mit Freunden gut zu essen und uns in gemütlicher Runde auszutauschen.“
ORF-Redakteur Robert Hippacher und Kameramann Markus Mayr schauten den Osttiroler Köchinnen und Köchen 2021 über die Schulter und in die Töpfe.
Text: J. & E. Hilgartner, Fotos: © Markus Mayr, AOT Film, ORF Tirol, Josef Assmayr
