Prägratner Bergretter waren 450 Stunden im Einsatz

Die erfolgreiche Überstellung des Venediger-Gipfelkreuzes war das positive Highlight, über das bei der Jahreshauptversammlung der Bergrettung Prägraten berichtet wurde.

Ortsstellenleiter Friedl Steiner und Einsatzleiter Markus Bstieler blickten bei der Jahreshauptversammlung der Bergrettung Prägraten am Samstag, 2. Feber 2013, auf ein arbeitsreiches Einsatz- und Übungsjahr zurück. Gestiegen ist vor allem die Anzahl an Gletscherspaltenbergungen im Venedigermassiv, die sich aufgrund der Tiefe der Spalten als sehr schwierig erwiesen. „Ohne schweres Gerät – wie Schremmhammer, Stromaggregat und Dreibein – sind solche Rettungsaktionen nicht mehr erfolgreich abzuschließen, und wir sind oft bis zur Erschöpfung gefordert“, betonte Steiner. Er richtete zum wiederholten Male den Appell an alle Bergsteiger, sich am Gletscher anzuseilen. „Wer sich auf dem Gletscher nicht anseilt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die Retter. Was dann übrig bleibt, sind verwaiste Familien mit Elend und bitterem Leid“, so der Ortsstellenleiter.

Er konnte bei der Jahreshauptversammlung auch Matthias Berger und Konrad Steiner begrüßen. Beim Flugunfall am 29. April 2012 waren diese beiden Bergrettungskameraden auf den Gletscher nahe des Rainerhorns im Venedigergebiet gestürzt und dabei schwer verletzt worden. „Matthias hat einen langen schwierigen Weg der Rehabilitation hinter sich. Große Probleme bereitet ihm derzeit noch sein linker Ellbogen, der noch keine ordentliche Bewegungsfunktion zulässt. Konrad ist wieder vollkommen gesund“, sagte Friedl Steiner.

Neu in das Prägratner Bergrettungsteam aufgenommen: v.l.n.r. Ortsstellenleiter Friedl Steiner, Matthias Egger und Peter Ladstätter, Bezirksleiter der Bergrettung in Osttirol

 

Ein Lichtblick des abgelaufenen Jahres war die erfolgreiche Überstellung des Venediger-Gipfelkreuzes. Am 10. September 2012 gelang es der Bergrettung Prägraten, das Kreuz am höchsten Felspunkt des Westgrates zu verankern. Dafür waren insgesamt 16 Bergrettungsmänner an fünf Tagen rund 420 Stunden beschäftigt. Gefeiert wurde die Versetzung des Kreuzes Ende September auf der Johannishütte. Derzeit verfügt die Ortsstelle Prägraten über 27 aktive Mitglieder und drei überprüfte Anwärter, davon zwei Frauen. Bei elf Einsätzen wurden im vergangenen Jahr 450 Einsatzstunden geleistet, dazu kamen 775 Übungsstunden. Matthias Egger wurde als neuer Bergretter aufgenommen, für 40 Jahre treue Mitgliedschaft wurde Gabriel Berger geehrt.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Konrad Steiner, Bergrettung Prägraten

06. Februar 2013 um