Musikalisches Paar mit Leidenschaft für die Posaune

Andreas Oblasser aus dem Kalser Ortsteil Unterpeischlach ist Berufsmusiker bei den Münchner Symphonikern. Die Leidenschaft für die Posaune teilt er mit seiner Frau Birgit.

Als Sohn von Lois Oblasser, einem der weit über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannten „Öberster Manda“, wurde Andreas die Liebe zur Musik praktisch in die Wiege gelegt. „Mein erstes Instrument, das ich gespielt habe, war das Flügelhorn und mein erster Lehrer Sebastian Warscher, der heutige Kapellmeister der Musikkapelle Huben. In der Musikschule hat mir mein Lehrer Martin Gratz empfohlen, auf das Tenorhorn umzusteigen. Dieses Instrument hat mich damals sehr begeistert. Als Mitglied der Musikkapelle St. Johann i. W. habe ich zuerst das Flügel- und später das Tenorhorn gespielt“, blickt der heute 33-Jährige auf seine musikalischen Anfänge zurück.

Der Kauf eines Euphoniums – das englische Pendant zum Tenorhorn – hätte ihn, wie er erzählt, zusätzlich motiviert, sich musikalisch weiterzuentwickeln. Beim Bundeswettbwerb von „Prima la musica“ erzielte Andreas als Jugendlicher mit dem Euphonium einen 1. Preis. „Mit 19 Jahren wechselte ich dann zur Posaune. Nach der Matura spielte ich bei der Militärmusik und begann dann, an der Kunstuni Graz Musik (Fach Posaune) zu studieren. Dort habe ich auch meine Frau Birgit kennengelernt.“ Birgit stammt aus der oststeirischen Marktgemeinde Birkfeld, ihre Eltern betreiben dort ein Gasthaus. Geheiratet wurde Anfang Juni 2017 in Kals. Bereits während des Studiums war Andreas Oblasser zwei Jahre lang als Praktikant bei den Münchner Philharmonikern tätig.

Als die Münchner Symphoniker im Jahre 2011 die Stelle eines Posaunisten ausschrieben, bewarb er sich. „Ich war einer von 20 Bewerbern – und wurde ausgewählt. Das war für mich ein Gefühl, als ob ich einen Lottosechser gewonnen hätte“, sagt der Kalser. „Der Klang unserer Stadt“ ist das Motto der Münchner Symphoniker, die sich als eines der vier Symphonieorchester der bayerischen Landeshauptstadt und ihrer Musiktradition besonders verbunden fühlen. „Symphonien wie etwa von Beethoven oder Tschaikowsky stehen bei uns genauso auf dem Programm wie Opern. Besonders beliebt sind auch unsere Konzerte, bei denen wir live zu bekannten Filmen die Musik spielen, oder Crossover-Konzerte mit Hip Hop- oder Jazz-Bands. Wir sprechen mit derartigen Veranstaltungen musikbegeisterte Menschen an, die im Normalfall nicht den Weg in ein Konzert eines Symphonieorchesters finden würden“, beschreibt Andreas das Repertoire des Orchesters.

Auch die Besucher des Opernfestivals Immling am Chiemsee kommen einmal im Jahr in den Genuss des Könnens der Münchner Symphoniker. 2017 steht Verdis „Sizilianische Vesper“ auf dem Programm. Etwa 110 Auftritte sind pro Jahr zu absolvieren, die Probenarbeit ist dementsprechend intensiv. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit hat Andreas Oblasser deshalb auch einen Proberaum in München angemietet. Birgit unterrichtet in einer Musikschule nahe München „Tiefes Blech“ und spielt als freischaffende Posaunistin bei verschiedenen Orchestern mit, manchmal auch Seite an Seite mit ihrem Mann bei den Münchner Symphonikern. Gemeinsam mit zwei Studienkollegen musizieren Andreas und Birgit auch im Posaunenquartett „110 T-bones“, und Andreas wirkt zusätzlich mit drei Musikerkollegen aus Nordtirol im „Tuba-Quartett“ mit.

In ihrer Heimat in Osttirol bzw. in der Oststeiermark helfen Birgit und Andreas gerne bei den Musikkapellen aus, bei denen sie früher Mitglied waren – also bei der Musikkapelle St. Johann im Walde und beim Musikverein Birkfeld. Beim Pfingstkonzert 2017 der MK St. Johann gab Andreas als Solo-Posaunist die „Bayrische Polka“ zum Besten. So gerne sie auch regelmäßig in ihre Heimat zurückkehren, so haben es Birgit und Andreas andererseits aber noch nie bereut, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in Bayerns Landeshauptstadt und damit in eine Großstadt verlegt haben. „München strahlt für uns Gemütlichkeit und ländliches Flair aus. Selbst im Stadtzentrum findet man zahlreiche Parks und viele Grünflächen. Neben dem reichhaltigen kulturellen Angebot schätzen wir in München vor allem auch das Traditionsbewusstsein der Bevölkerung“, betonen die beiden Musikbegeisterten abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images

29. Juni 2017 um