Pilotprojekt: LehrerInnen wurden Erste Hilfe-fit

561 Lehrpersonen wurden seit 2015 in Erster Hilfe geschult. Osttirol ist damit österreichweit der 1. Bezirk mit einer flächendeckenden Erste-Hilfe-Ausbildung der Pflichtschul-LehrerInnen.

Nicht nur im Straßenverkehr, auf der Skipiste oder beim Bergwandern, sondern auch im Rahmen des Schulunterrichtes ist es wichtig, dass bei Notfällen rasch und effizient reagiert wird. Im Ernstfall kommt es darauf an, dass innerhalb der ersten Minuten die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Um dies zu gewährleisten, sollten insbesondere auch Lehrpersonen in Erster Hilfe ausgebildet sein. Bei den meisten liegt der Erste Hilfe-Kurs allerdings schon viele Jahre zurück. Aus diesem Grund hat sich das Tiroler Jugendrotkreuz in Kooperation mit der Gewerkschaft der Pflichtschul-LehrerInnen in Tirol das Ziel gesetzt, Lehrpersonen in Erster Hilfe zu schulen und ihnen in Zusammenarbeit mit der AUVA auch entsprechende Übungsmaterialien zur Verfügung zu stellen. Als Pilotregion für eine flächendeckende Erste-Hilfe-Ausbildung der Pflichtschullehrerinnen wurde Osttirol ausgewählt und dafür in den vergangenen drei Jahren insgesamt 561 PädagogInnen Erste Hilfe-fit gemacht.

Bei einer Pressekonferenz im Sekretariat der Landesleitung des Tiroler Jugendrotkreuzes informierten am 12.1.2018 in Innsbruck Landesrätin Beate Palfrader, LSI Werner Mayr, Gewerkschaftsvertreter Peter Spanblöchl, Robert Moser, Präsident des Roten Kreuzes Tirol, Reinhard Schuller als Vertreter der AUVA, die Osttiroler Pflichtschulinspektorin Elisabeth Bachler, der Lienzer Primar Peter Lechleitner und Reinhard Salcher, Bezirksleiter des Jugendrotkreuzes Osttirol, über das bislang österreichweit einzigartige Projekt. „Bis zum Sommer 2017 waren alle 561 Lehrpersonen der 55 Pflichtschulen im Bezirk Lienz in Erster Hilfe geschult“, so PSI Elisabeth Bachler, die bestätigte, dass die Bereitschaft bei den Lehrpersonen, dies wieder zu tun, sehr groß sei. Von einem nachhaltigen und wichtigen Projekt sprach Reinhard Schuller als Vertreter der AUVA und von einem „Musterbeispiel, wie man ein solches Projekt bewerkstelligen kann“ die Tiroler Landesrätin Beate Palfrader.

 

Dass auch Osttirols SchülerInnen über das Tiroler Jugendrotkreuz bestens in Erste Hilfe ausgebildet sind, davon berichtete Jugendrotkreuz-Bezirksleiter Reinhard Salcher: „Bereits im Kindergarten zeigt die JRK-Figur ROKO den Kleinsten, was im Notfall zu tun ist. In der Volksschule lernen die kleinen Ersthelfer dann mit dem HELFI-Programm des JRK einfache Erste Hilfe und zeigen ihr Können im Rahmen der Helfi-Olympiade, eines Wettbewerbs mit Praxis- und Theoriestationen rund um die Erste Hilfe. Durch das Üben an Dummies und Model-Defibrillatoren werden Volks- und Pflichtschüler sensibilisiert und mit dem `Helfen´ vertraut gemacht.“ Des Weiteren bietet das Jugendrotkreuz im Bezirk Lienz für alle SchülerInnen ab der 8. Schulstufe am jeweiligen Schulstandort einen 16-stündigen Erste-Hilfe-Kurs an, der später auch für den Führerschein gilt. Besonders motivierte SchülerInnen bilden an ihrer Schule ein fünfköpfiges Help Team, das als Schulsanitätsteam fungiert und an Landes- sowie Bundesbewerben teilnimmt.

Die Bedeutung von Reanimationskursen, die seit dem Schuljahr 2008/2009 auf seine Initiative hin jährlich unter dem Titel „Leben retten – just do it“ für alle SchülerInnen der 7. Schulstufe in Osttirol angeboten werden, hob Primar Peter Lechleitner hervor: „Mitarbeiter des BKH Lienz, des Roten Kreuzes Lienz und des Jugendrotkreuzes Osttirol veranstalten dieses Projekt gemeinsam in den Schulen. Der Erfolg des Projektes wurde durch eine Studie belegt, die zeigt, dass die Zahl der erfolgreich und ohne bleibende Schäden reanimierten Personen in Osttirol in den letzten 10 Jahren beinahe verdreifacht werden konnte.“

Als Benefit des erfolgreich realisierten Erste Hilfe-Programmes wurde von allen Akteuren die „Einbindung aller am Schulstandort tätigen und anwesenden Personen – Pädagogen, Schulärzte, Präventivfachkräfte, Schüler und Eltern“ genannt. Ein lobens- und nachahmenswertes Projekt, das am Beispiel des Bezirkes Lienz in ganz Österreich „Schule“ machen sollte!

 

Text: A. Hilgartner, Fotos: JRK Tirol

14. Januar 2018 um