Osttiroler arbeiten an „Road to Health“ in Afrika

Das Hospital wird nun in Mondikolok – 45 km nordöstlich des ursprünglich geplanten Standortes Jalimo – gebaut. Im Sommer 2014 soll das Krankenhaus den Betrieb aufnehmen.

Obmann Dr. Franz Krösslhuber, sein Stellvertreter Dr. Peter Kraler und Hans Themessl vom Verein „Osttirol für Jalimo“ teilten am Montagvormittag, 14. Oktober 2013, wichtige Neuerungen und Änderungen betreffend ihr Hospital-Projekt im Südsudan mit. Vom ursprünglich geplanten Standort für das Spital in unmittelbarer Nähe der Landwirtschaftsschule in Jalimo hat man sich getrennt, das Krankenhaus wird nun rund 45 km weiter nordöstlich in Mondikolok errichtet. „Wir haben uns entschlossen, das ursprünglich kleine Vorhaben in Jalimo zu einem Projekt für die Region zu erweitern und wollen nun eine ‚Road to Health‘ im Grenzgebiet Südsudan-Uganda schaffen“, erklärt dazu Franz Krösslhuber. Man habe sich die Frage gestellt, wie man mit der bereits großen Spendensumme möglichst vielen Leute helfen kann.

Dr. Franz Krösslhuber (links): „Wir stellen uns immer wieder die Fragen: Wie können wir unsere gar nicht so kleinen Ressourcen verteilen, und wie können wir mit unseren Mitteln möglichst vielen Menschen helfen?"

Dr. Franz Krösslhuber (links): „Wir stellen uns immer wieder die Fragen: Wie können wir unsere gar nicht so kleinen Ressourcen verteilen, und wie können wir mit unseren Mitteln möglichst vielen Menschen helfen?“

Dr. Franz Krösslhuber (links): „Wir stellen uns immer wieder die Fragen: Wie können wir unsere gar nicht so kleinen Ressourcen verteilen, und wie können wir mit unseren Mitteln möglichst vielen Menschen helfen?“

„Mit unserem neuen Projekt können wir medizinische Unterstützung für das Missionskrankenhaus in Moyo (Norduganda) geben, helfen dem Hospital in Jalimo, das jetzt Hannes Urban mit seinem Verein ‚helfen wir‘ baut, versorgen die Missionsstation in Lomin mit, adaptieren das verfallene Gesundheitszentrum im Mondikolok und bauen dort das ursprünglich für Jalimo vorgesehen Hospital dazu“, so Krösslhuber.

Hier ein Bild des Modells vom Hospital, das jetzt in Mondikolok gebaut wird

Hier ein Bild des Modells vom Hospital, das jetzt in Mondikolok gebaut wird

Mit dem Spital in Mondikolok könne man 60 000 Menschen in unmittelbarer Nähe und 100 000 im medizinisch unterversorgten Hinterland versorgen. Das Grundstück für das neue Gebäude wurde von der Diözese zur Verfügung gestellt. Der Aushub der Fundamente vor wenigen Tagen war der Start der Bauarbeiten. Im Sommer 2014 soll das Gebäude fertig sein und mit dem Krankenhausbetrieb gestartet werden. Fachkräfte aus Österreich – wie zum Beispiel der Osttiroler Mechanikermeister Sepp Klammer und zwei Studenten mit Osttiroler Wurzeln – helfen derzeit in Mondikolok den Einheimischen beim Bau des Hospitals. „Uns geht es neben der medizinischen Hilfe auch darum, in der Region Arbeitsplätze zu schaffen und Know-How aus Europa zur Verfügung zu stellen. Die von uns geschaffene Infrastruktur gehört nach Fertigstellung natürlich dem Land bzw. der Bevölkerung“, erklärt Peter Kraler, der gemeinsam mit Franz Krösslhuber im letzten Sommer bereits zum fünften Mal in der Region war, um den Hospital-Bau weiter zu organisieren.

Beim Grundaushub

Beim Grundaushub

„Wir arbeiten besonders gut mit den Diözesen zusammen. Der Bischof von Arua ist auch Nationalpark-Ranger und hat uns das Gebiet ganz genau gezeigt. Zusammen mit anderen Repräsentanten der katholischen Kirche war uns der Bischof bei Behördenwegen außerordentlich behilflich“, zeigt sich Dr. Krösslhuber von der Zusammenarbeit mit den Einheimischen begeistert.

Bei der Schotterlieferung

Bei der Schotterlieferung

Ein europäischer Arzt – vielleicht sogar einer aus Osttirol – und ein einheimischer Mediziner werden zusammen mit Krankenschwestern in den Krankenhäusern von Mondikolok und Moyo Dienst versehen und dafür sorgen, dass mit der „Road to Health“ ein Basisgesundheitssystem für die vielen kleinen Dörfer in der Region aufgebaut wird. „Von den rund 500.000 Euro Gesamtkosten der 1. Baustufe ist bereits die Hälfte durch die großzügigen Spenden aus Osttirol und Oberkärnten finanziert. Wir bekommen laufend auch materielle Unterstützung, und wir sind weiter auf der Suche nach Fachkräften, die in Teams sechs bis sieben Wochen vor Ort in Afrika mit anpacken“, ruft Hans Themessl zur weiteren Unterstützung von „Osttirol für Jalimo“ auf. Die derzeit im Südsudan für das Hospital-Projekt tätigen Studenten haben einen Blog auf www.gelatat.wordpress.com eingerichtet, wo man das Voranschreiten der Arbeiten am Krankenhaus mitverfolgen kann.

Beim Transport von Teakholz-Stützen

Beim Transport von Teakholz-Stützen

Der Verein „Osttirol für Jalimo“ bittet weiterhin um Spenden für die „Road to Health“ im Südsudan bzw. Norduganda. Spendenkonto bei der Volksbank Osttirol-Westkärnten Kto.-Nr. 17.523, BLZ 40730, IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523, BIC: OVLIAT21

Bei Vermessungsarbeiten

Bei Vermessungsarbeiten

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol für Jalimo

14. Oktober 2013 um