Osttirol für Mondikolok: Neue Hoffnung für Hilfsprojekt im Südsudan

Der im Jahr 2012 gegründete Sozialverein „Osttirol für Mondikolok“ hielt am Donnerstag, 19. März, seine Generalversammlung ab. Knapp 30 Mitglieder und Freunde informierten sich über aktuelle Entwicklungen.

Obmann Dr. Franz Krösslhuber schilderte in seinem Bericht die aktuelle Situation in Mondikolok und im grenznahen großen Flüchtlingslager in Norduganda sowie die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit mit dem Comboni-Orden vor Ort und die Möglichkeiten der weiteren Hilfe für die Region Kajo-Keji.

Nachdem sich die sicherheitspolitische Lage im südlichen Teil des Südsudans zwar langsam, aber kontinuierlich verbessert, gibt es wieder Hoffnung, dass das Hilfsprojekt aus Osttirol fortgeführt werden kann. „Vorerst wird sich der Schwerpunkt auf die weitere Ausbildung (Erste Hilfe etc.) und den Aufbau bzw. die logistische Optimierung der medizinischen Versorgung konzentrieren. Dazu wird es auch in diesem Jahr noch eine weitere Reise eines kleinen Teams nach Uganda und Südsudan geben mit ähnlicher Zielsetzung wie Ende letzten Jahres“, berichtete der Obmann.

Um die medizinische Ausbildung noch weiter zu verbessern, wird Krösslhuber in Zukunft von der angehenden Ärztin Daniela Wimmer aus Oberösterreich unterstützt – sie wurde einstimmig neu in den Vorstand des Sozialvereins aufgenommen.

 

v.l.n.r.: Walter Schneider (Schriftführer-Stv.), Andreas Stotter (Schriftführer, Obmann-Stv.), Obmann Dr. Franz Krösslhuber, Daniela Wimmer (kooptiertes Vorstandsmitglied), Kassier Mag. Hansjörg Mattersberger, Hans J. Themessl (Öffentlichkeitsarbeit)

 

Fact-Finding-Mission nach Norduganda und Südsudan

Zwei Jahre nach dem letzten Besuch reiste eine Delegation von „Osttirol für Mondikolok“ von 10. bis 25. November 2025 erneut nach Norduganda und in den Südsudan. Ziel der Reise war eine umfassende Evaluierung der aktuellen humanitären und medizinischen Lage sowie die Planung weiterer Hilfsmaßnahmen. Die Initiative unterstützt seit Jahren Gesundheitsprojekte in der Region Mondikolok (Südsudan) und in den angrenzenden Flüchtlingsgebieten Nordugandas, insbesondere im Raum Moyo und Palorinya.

Ein Schwerpunkt war die Abklärung der Sicherheitslage im Bezirk Kajo-Keji. Nach den schweren Zerstörungen und Plünderungen im Bürgerkrieg 2017/2018 – insbesondere am Krankenhaus in Mondikolok – sollte der aktuelle Zustand der Einrichtungen erhoben werden.

 

 

Ein weiterer wichtiger Anlass der Reise war die Reparatur eines dringend benötigten LKW in Juba. Das Fahrzeug ist für die medizinische und logistische Versorgung der Region essenziell. Ein erfahrener Mechaniker aus Osttirol versuchte vor Ort, den LKW instand zu setzen, um die Transportfähigkeit von Material und Personal wieder sicherzustellen. Leider war dies trotz großem Einsatz nicht von Erfolg gekrönt.

Situation der Flüchtlinge in Norduganda

In Norduganda, insbesondere im Flüchtlingsgebiet Palorinya bei Moyo, wurde die gesundheitliche Situation der Geflüchteten erhoben. Die dortigen Gesundheitseinrichtungen stehen vor enormen Herausforderungen: Durch massive Budgetkürzungen sind die verfügbaren Ressourcen stark eingeschränkt. Gleichzeitig ist der Bedarf deutlich gestiegen. Gesundheitseinrichtungen, deren Ausstattung ursprünglich für rund 30 % autochthone Bevölkerung konzipiert war, müssen nun zusätzliche 70 % Flüchtlinge mitversorgen. Es fehlt an qualifiziertem Personal, medizinischem Material, Infrastruktur und finanziellen Mitteln.

 

 

Verbesserung der medizinischen Versorgungskette

Gemeinsam mit den lokalen Verantwortlichen soll ein Konzept zur Verbesserung der Transferierungen erarbeitet werden – von der Primary Health Care Unit (PHCU) über das Primary Health Care Centre (PHCC) bis hin zum General Hospital in Moyo. Ziel ist eine strukturierte, sichere und rasche Weiterverlegung schwerer Fälle.

Beim nächsten Besuch ist vorgesehen: Schulungen des medizinischen Personals, Einführung in Notfall- und geburtshilflichen Ultraschall, Entwicklung eines Notfallkonzeptes für die „Golden Hour“. Diese bezeichnet die erste Stunde nach Aufnahme eines infektiologischen oder traumatologischen Notfalls – bei Kindern wie Erwachsenen. In dieser Zeit müssen strukturierte Maßnahmen zur Stabilisierung erfolgen, um Überlebenschancen entscheidend zu verbessern.

 

 

Datenerhebung und Zukunftsperspektiven

Ein weiterer Schwerpunkt ist die statistische Erhebung zur Nutzung der neu in Betrieb gegangenen PHCU in Lomin nahe Kajo-Keji. Die Daten sollen eine Grundlage für zukünftige Entscheidungen bilden – insbesondere vor dem Hintergrund möglicher struktureller Veränderungen in der Region.

Die Reise ist als „Fact-Finding-Mission“ konzipiert. „Ziel ist es, auf Basis realistischer Einschätzungen gemeinsam mit lokalen Partnern tragfähige medizinische Konzepte zu entwickeln. Unser Sozialverein steht für nachhaltige, partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe – mit dem klaren Ziel, die medizinische Grundversorgung in einer der fragilsten Regionen Afrikas langfristig zu sichern“, fasst der Obmann zusammen.

Spendenkonto Osttirol für Mondikolok: AT55 4073 0000 0001 7523

 

Text: Redaktion, Fotos: Osttirol für Mondikolok

24. März 2026 um