Osttirol für Jalimo/Mondikolok: Hospital-Projekt im Südsudan soll fortgeführt werden

Bei der Generalversammlung am Donnerstag, 7. Juli, berichete Obmann Dr. Franz Krösslhuber über die derzeitige Situation, die aufkeimende Hoffnung und mittelfristige Aussichten.

Der Sozialverein „Osttirol für Jalimo/Mondikolok” wurde vor genau zehn Jahren auf Initiative des bekannten Lienzer Kinderarztes Dr. Franz Krösslhuber gegründet. Dank der großzügigen Unterstützung der Osttiroler Bevölkerung und zahlreicher Gönner konnte eine attraktive Krankenstation – besonders für Kinder und Mütter – aufgebaut werden. Neben der medizinischen Grundversorgung legte Krösslhuber von Beginn an einen Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung der einheimischen Hilfskräfte mit dem Ziel, das gesamte Projekt nach einigen Jahren in die selbstständige Verantwortung und Führung der Einheimischen zu übergeben.

In den Jahren 2015/2016 konnte der medizinische Betrieb sukzessive auf- und ausgebaut werden. In diesen zwei Jahren hat das Team um Dr. Krösslhuber mit bis zu zwölf Mitarbeitern in Mondikolok vielen Menschen in der grenznahen Region Kajo-Keji helfen können. Jedoch wurde diese positive Entwicklung vor fünf Jahren jäh unterbrochen, als der Bürgerkrieg sich bis in den Süden ausdehnte und damit auch die bis dahin relativ friedliche Region um Mondikolok mit aller Dramatik erfasste. Das Gesundheitszentrum Mondikolok Health Care Center (MHCC) musste geschlossen werden, da fast die gesamte Bevölkerung und damit auch die Mitarbeiter vor dem Krieg fliehen mussten und seither in riesigen Flüchtlingslagern im benachbarten Nord-Uganda leben.

 

 

Das MHCC war plötzlich mitten im Kriegsgebiet und wurde geplündert, die wertvolle Einrichtung und umgebende Infrastruktur größtenteils zerstört. Auch die Partner vor Ort – die Comboni-Missionare – wurden zur Flucht gezwungen und konnten wenigstens kurzfristig fast alle Maschinen und wichtigen Werkzeuge aus ihren Handwerksbetrieben abmontieren und nach Uganda mitnehmen.

Bei der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung berichtete Obmann Dr. Franz Krösslhuber ausführlich über die derzeitige Situation, die aufkeimende Hoffnung und die mittelfristigen Aussichten: „Der 2018 vereinbarte Waffenstillstand hält im Großen und Ganzen, die Bevölkerung der Region Kajo-Keji gewinnt wieder ein wenig Vertrauen sowie Zuversicht, und die geflüchteten Leute kehren teilweise (derzeit ca. ein Viertel) in ihre alte fruchtbare Heimat zurück.”

Für das erste Halbjahr 2023 sind freie Wahlen geplant. Damit entscheidet sich die weitere Zukunft des Südsudans. Mit leichtem Optimismus darf man erwarten, dass nachfolgend etwas mehr politische und wirtschaftliche Stabilisierung eintritt. Dies sollte eines der Fundamente sein, um eine mögliche Fortführung des medizinischen Hilfsprojektes für 2023/24 ins Auge zu fassen. Man hofft auf die enge Zusammenarbeit mit dem Comboni-Orden. Das Gebäude des Gesundheitszentrums wurde zwar geplündert, steht aber noch und kann renoviert werden. Weiters kann man großteils auf die Rückkehr des ausgebildeten Personals hoffen, was ein weiterer wichtiger Baustein für den Wiederaufbau des MHCC ist.

 

 

Unter den derzeit gegebenen Voraussetzungen sieht der Vorstand des Sozialvereins eine realistische Chance, das Hilfsprojekt wieder zu reaktivieren und fortzuführen zu können. Die finanzielle Basis ist mit Rücklagen von 284.000 Euro (Stand Ende 2021) gegeben.

Sollte es dem Team um Dr. Franz Krösslhuber gelingen, im Sinne von Nachhaltigkeit und humanitärer medizinischer Hilfe mit großem Einsatz das  Gesundheitszentrum Mondikolok  zu renovieren, neu aufzustellen und weiterzuführen, dann darf man auch auf weitere Spenden aus Osttirol für den laufenden Betrieb hoffen (Konto Osttirol für Jalimo/Mondikolok bei der DolomitenBank, IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523).

Bei der Generalversammlung wurde auch die Führungscrew für die nächsten zwei Jahre gewählt. Dem bisherigen Vorstand wurde wiederum einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Als neuer Obmann-Stv. konnte Andreas Stotter für den Verein gewonnen werden. DI Harald Haider wird sich zukünftig besonders als technischer Berater beim Wiederaufbau in Mondikolok einbringen.

 

Text: Hans J. Themessl, Fotos: OfJM/Krösslhuber

12. Juli 2022 um