Orthopäden aus ganz Europa tagten in Kals a. Gr.

Rund 90 Ärztinnen und Ärzte trafen sich vom 14. bis 16. März im Gradonna Mountain Resort in Kals zum Wissensaustauch in Sachen Hüft- und Knieendoprothetik.

Bereits zum dritten Mal bildeten sich Orthopäden aus ganz Europa zu den Themenfeldern minimal invasiver Hüftchirurgie und „my-knee“-Endoprothetik in Osttirol weiter – diesmal im neuen Gradonna Mountain Resort in Kals. Federführend bei der Vorbereitung des internationalen Gipfeltreffens waren Dr. Valjdet Saciri und Dr. Herbert Strobl vom Fachschwerpunkt für Orthopädie im BKH Lienz. „Mit dieser Tagung etabliert sich Osttirol einmal mehr als Konferenzort für die Wissenschaft“, betonte Dr. Valjdet Saciri, der heuer eine neue Form des Erfahrungsaustauschs in die Tagung integriert hat. „Nach den Impulsreferaten treffen sich die Expertinnen und Experten zu Round-Table-Diskussionen, um gemeinsam Lösungen für konkrete Fallbeispiele zu erarbeiten. Am Ende des Kongresses werden die Ergebnisse zur AMIS-Methode und „myknee“ zusammengefasst, so dass alle Kollegen an den gewonnenen Erkenntnissen teilhaben können“, erklärte Saciri.

Bei der so genannten AMIS-Methode wird über einen kurzen Hautschnitt der Zugangsweg zum erkrankten Hüftgelenk unter Schonung der Muskulatur und Sehnen angelegt. „Die Patienten haben weniger Schmerzen nach der Operation, da keine Muskeln oder Sehnen durchtrennt werden“, erklärt Dr. Herbert Strobl. Somit ergeben sich kürzere stationäre Aufenthalte und eine schnellere Rehabilitation.

Auch bei der Knieendoprothetik „myknee“ erwarten die Experten ähnliche Erfolge. Hier werden schon vor der Operation die Bilder aus der radiologischen Untersuchung des Knies zur Herstellung eines individuellen Modells verwendet. Mithilfe der genau berechneten „myknee“-Instrumente plant der Orthopäde die Operation. Durch die detailgenaue Vorbereitung schmiegt sich die Prothese besser in den Knochen ein, und sie bleibt in einer optimalen Position. Der Fachschwerpunkt für Orthopädie am Bezirkskrankenhaus Lienz ist zugleich Referenzzentrum für diese innovativen Methoden und damit Ausbildungsort.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: L. Sulzenbacher

18. März 2013 um