Österr. Luftmesstechniker tagen in Lienz

Am 26. und 27. September werden sich 80 Luftmesstechniker aus allen österreichischen Bundesländern zu einem Erfahrungsaustausch und Kongress in Lienz treffen.

„Wir haben den Standort Lienz für unsere Tagung gewählt, weil es hier schon seit Jahren durch konsequente kommunale Maßnahmen und Programme gelungen ist, die Luftqualität wesentlich zu verbessern“, erklärte dazu  Dr. Andreas Weber vom Amt der Tiroler Landesregierung, Leiter des Fachbereichs Luftgüteüberwachung.

In der Sonnenstadt Lienz konnte nicht zuletzt mit Unterstützung durch das EU-Life-Projekt CMA+ und in engem Zusammenwirken zwischen Baubezirksamt und dem städtischen Winterdienst eine Reduktion der Überschreitungstage beim Feinstaub von 63 im Jahr 2006 auf 10 im Jahr 2011 erreicht werden. Mit einem dynamischen Winterdienstsystem, das auf die Maßnahmen Straßenreinigung auch in den Wintermonaten, differenzierter Einsatz von Streumitteln je nach Straßenlage und Witterung und die Bindung von Feinstaubpartikeln durch den sogenannten „Feinstaubkleber CMA“ an der Bundesstraße aufbaut, konnte diese deutliche Luftverbesserung erzielt werden. „Im heurigen Jahr haben wir überhaupt erst fünf Überschreitungstage erreicht“, freut sich DI Elisabeth Blanik. Im Sektor Hausbrand ist es durch die Errichtung der Stadtwärme Lienz gelungen, mehr als 800 alte Heizkessel in den Gemeinden Lienz und Nußdorf-Debant durch Wärme aus heimischer Biomasse zu ersetzen.

„Die Reduktion des Luftschadstoffes Stickstoffdioxid NO2 zeigt sich in der Beobachtungsperiode 2007 bis 2011 kontinuierlich. Es wird unser Bestreben sein, insbesondere durch die Förderung der sanften Mobilität, des innerstädtischen Radfahrens und die Stärkung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs auch den Stickstoffemissionen zu Leibe zu rücken“, so Blanik weiter. „Ich habe den städtischen Umweltausschuss beauftragt, noch in diesem Herbst in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur Wien und dem Landesmobilitätskoordinator Dipl.-Ing. Allinger-Csollich die bestehende Radfahrinfrastruktur in Lienz zu evaluieren und ein leistungsfähiges Radfahrkonzept auszuarbeiten und dem Gemeinderat vorzulegen.“ Die Bürgermeisterin freut sich auf den Messtechniker-Kongress in Lienz, wo von den Umsetzungsmaßnahmen zum Thema „Luftgüte in Lienz“ Impulse für andere Gemeinden in Österreich ausgehen sollen. Darüber hinaus ist die Umweltabteilung der Stadt Lienz Ende September als Referent zu einem internationalen Erfahrungsaustausch zum Thema „Feinstaub“ als erfolgreiches Fallbeispiel nach Dänemark eingeladen.

Text: Redaktion, Foto: Journal, Grafik: Umweltabt. der Stadt Lienz

30. August 2012 um