Obermauern: Prachtwidder versteigert

Echtes, gelebtes Brauchtum konnte man am 11. April in der Gemeinde Virgen erleben: Die Widderprozession nach Obermauern mit Versteigerung des Opferwidders.

Das Brauchtum des Virgentaler Opferwidders hat eine lange Tradition und reicht bis ins Jahr 1695 zurück. Damals wütete in den Tälern an der Isel die Pest, der im Virgental jeder Dritte zum Opfer fiel. Die Bewohner des Tales wandten sich in ihrer Not an die Gnadenmutter von Obermauern und gelobten, jedes Jahr eine Wallfahrt durchzuführen. Der Legende nach soll daraufhin ein weißer Widder den Tod besiegt und vertrieben haben. Bis 1920 wurde die Wallfahrt mit einem weißen Widder von Virgen in das ca. 40 km entfernte Lavant durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt war die Wallfahrtskirche Maria Schnee Zielpunkt der Bittprozession, die – wie vor kurzem bekannt wurde – nun auch in das österreichische Verzeichnis des „Immateriellen Kulturerbes der UNESCO” aufgenommen wird. Am 26.4. soll die offizielle Verleihung des Prädikates an die Gemeinden Prägraten und Virgen erfolgen.

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Am Samstag, 11.4., fand die diesjährige Widderprozession bei sehr schönen, frühlingshaften Witterungsbedingungen statt. Viele Menschen aus Virgen und Prägraten zogen in den Virgener Ortsteil Obermauern, wo in der wunderschönen, mit Fresken des Malers Simon von Taisten gestalteten Kirche eine heilige Messe gefeiert wurde. Im Anschluss daran ging im Bereich vor dem Sakralbau die traditionelle Versteigerung des Widders über die Bühne. Das Tier, ein echter Prachtwidder, 130 kg schwer und drei Jahre alt, hatte sein Besitzer, Andreas Mariner aus Virgen, zuvor an der Spitze der Prozession von Virgen nach Obermauern geführt. Das Glück entschied und die Losnummer 435 siegte – Ida Weißkopf aus Prägraten nahm den Widder stellvertretend für ihren Bruder in Empfang.

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Text: E. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

13. April 2015 um