Fachgeschäft „Rotkäppchen“ in Lienz: Nur Mut zum Hut!

Seit 2007 lenkt Brigitte Schrott die Geschicke des Osttiroler Hutgeschäftes, das seit 1908 in der Rosengasse 8 seinen Sitz hat und heute unter dem Namen „Rotkäppchen“ bekannt ist.

Das Familienunternehmen, in dem Qualität und Kundenservice seit jeher großgeschrieben werden, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Um 1880 legte Hutfabrikant Franz Reiner den Grundstein für den Betrieb, der nach seinem Tod an seine Frau Ida überging. Sie war es auch, die im Jahre 1908 als Modistin das Hutmachergeschäft in der Rosengasse eröffnete. „Meine Oma Poldi wuchs bei Ida Reiner auf und arbeitete von 1933 bis kurz vor ihrem Tod im Jahr 2014 im Unternehmen mit. 1980 übernahm meine Mutter Luise die Geschäftsleitung, ich trat 2007 ihre Nachfolge an“, erzählt Brigitte Schrott und ergänzt, „dass somit seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Frauen im Betrieb das Sagen haben.“

 

 

Seit Oktober 2022 firmiert das Hutgeschäft, vormals „Franz Reiner`s Erben“, unter dem Namen „Rotkäppchen“, ein Hinweis auf die rote Haarpracht der heutigen Eigentümerin. Sie beschäftigt im Geschäft zwei Mitarbeiterinnen, die schon seit vielen Jahren zum Team gehören. „Wenn bei uns sprichwörtlich der Hut brennt, also sehr viel zu tun ist, hilft auch meine Mutter mit. Und meine Tochter gestaltet den Social Media-Auftritt“, erklärt sie. Die nicht nur daraus resultierende, sehr familiäre Atmosphäre bei „Rotkäppchen“ schätzen die vielen Kundinnen und Kunden des Hutgeschäftes sehr. „Die fachkundige Beratung ist sicher unser Steckenpferd. Es gibt so viel Wissenswertes über Hüte zu erzählen“, streicht die Lienzer Unternehmerin einen Vorteil ihres Betriebes gegenüber großen Textilketten und dem Internethandel heraus. „Wir wollen mit diesen aber auch gar nicht in Konkurrenz treten, sondern uns durch Qualität in allen Bereichen von der Masse abheben.“

 

Wer jetzt in den Wochen vor Weihnachten auf der Suche nach einem besonderen Geschenk ist, der wird im Lienzer Hutfachgeschäft „Rotkäppchen“ sicher fündig. Also vorbeischauen und sich freundlich-fachkundig beraten lassen!

 

Das Kerngeschäft von „Rotkäppchen“ sind und bleiben Hüte, mit einem jahreszeitlich variierenden Angebot. Im Winter dominieren Kopfbedeckungen aus Woll- oder Haarfilz, im Sommer stehen Stroh-, Papier- und Panamahüte auf dem Programm. Die Filzhüte bezieht Brigitte Schrott ausschließlich von Markenherstellern, die wichtigsten Lieferanten sind die Hutmanufakturen Frech aus Wien, Bittner aus Bad Ischl, Mayser aus Deutschland und Marone aus Italien. Größten Wert auf Qualität legt die Firmeninhaberin auch bei den Kappen. „Aktuell stehen Kappen aus Wolle oder Kaschmir besonders hoch im Kurs. Ergänzt durch einen wärmenden Schal und die passenden Handschuhe ist ‚Frau‘ damit für die kalte Jahreszeit bestens gerüstet. Männern empfehlen wir Hüte, Strickkappen oder Flatcaps, welche auch als Sport-, bzw. Schiebermützen bekannt sind.“

 

 

Neben Hüten und Kappen findet man im Lienzer Hutgeschäft auch eine große Auswahl an Tüchern und Schals der deutschen Marken P-Modekontor und Dante für Herren und Damen, Hosenträger der Wiener ManufakManufaktur Karlinger, Handschuhe aus Leder und Wolle, Zubehör für die Erstkommunion, UV-Schutz-Hüte und Kappen von Mayser sowie Filzpatschen aus der Steiermark. Neu im Sortiment sind Schirme der Marke Doppler aus Oberösterreich. Die Palette reicht vom leichten Taschenschirm bis hin zum hochwertigen Damenschirm aus Carbonstahl.“

 

 

Die Kundinnen und Kunden von „Rotkäppchen“ kommen aus der gesamten Region, aber auch aus anderen Teilen Österreichs und aus Südtirol. „Ein Hutgeschäft wie das unsere ist heute etwas Besonderes“, so Brigitte Schrott, die sich auch über die vielen Urlaubsgäste aus aller Herren Länder freut, die im Geschäft gerne vorbeischauen. Stammkunden sind viele Musik- und Schützenvereine aus ganz Osttirol, aus Kärnten, Salzburg, Süd- und Nordtirol, die im „Rotkäppchen“ behütet werden. „Bei den Trachtenhüten werden die Rohlinge von der Hutmanufaktur Kollmann in Kärnten geformt und von einer meiner Mitarbeiterinnen in Heimarbeit staffiert. Jeder Verein hat einen eigenen Hut, was bei uns genau dokumentiert ist. So können Bestellungen ganz unkompliziert auch telefonisch entgegengenommen werden“, berichtet Firmenchefin Schrott und verweist abschließend auf das besondere Hutmodell, das sie gemeinsam mit der Hutmanufaktur Kollmann kreiert hat. „Passend zum Tiroler Anzug, besteht diese traditionell-elegante Kopfbedeckung aus schwarzem Wollfilz und ist mit einem grauen Filzband sowie roten Seidenkordeln verziert.“

www.hutfachgeschäft.at

 

 

Text: Elisabeth Hilgartner, Fotos: Martin Lugger

01. Dezember 2023 um