Nationalparkrat beschloss Budget und Projekte
Auf Einladung der turnusmäßigen Ratsvorsitzenden LH-Stv. Ingrid Felipe fand am 8.4. die 19. Sitzung des Nationalparkrates in Kals am Großglockner statt.
LH-Stv. Mag. Ingrid Felipe zog gemeinsam mit Bundesvertreter Dipl.-Ing. Günther Liebel (i.V. von Minister Andrä Rupprechter), LH-Stv. Dr. Astrid Rössler/Salzburg und LR Mag. Christian Ragger/Kärnten Bilanz über das Jahr 2014. „Auch in diesem Jahr konnten wieder einige Projekte in Angriff genommen und umgesetzt werden. Highlights waren sicher das Bartgeierprojekt, mit einer Freilassung von zwei Jungvögeln in Osttirol und zwei erfolgreichen Freilandbruten in Kärnten und Salzburg, sowie die Initiativen im Bildungsbereich“, so Felipe. „Mit einem Budget von Euro 712.000 für länderübergreifende Projekte werden auch 2015 besonders in den Bereichen Forschung, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit Maßnahmen für das Schutzgebiet fortgeführt bzw. umgesetzt. Die größten Aufwendungen sollen in Forschungsprojekte wie das Greifvogelmonitoring, das Gewässermonitoring und das terrestrische Monitoring fließen. Die Einnahmen hierfür kommen aus Zuwendungen von Bundes- und Ländermitteln, aber auch aus EU-Mitteln.“
Im Rahmen der Sitzung wurde auch eine von den Nationalparks Austria beauftragte Evaluierungsstudie präsentiert. „Die Studie erhob den Ist-Stand der Nationalparks in den Bereichen Organisation/Verwaltung, Bildung/ÖA, Naturraummanagement und Wissenschaft und hat erfreuliche Ergebnisse, aber auch Ansätze für Neues zu Tage gebracht. Die Studie gibt vor allem die Außensicht von Experten auf die österreichischen Nationalparks wider. Es wird damit ein Diskussionsprozess für weitere Entwicklungen der Nationalparks in Gang gesetzt, an dem sich alle am Nationalpark Beteiligten einbringen sollten“, so Sektionschef Liebel.
LH-Stv. Astrid Rössler berichtete, dass die Studie im Salzburger Nationalparkkuratorium bereits unterschiedliche Fragen und Diskussionen ausgelöst habe. Wie auch in Tirol und Kärnten werde es auf dieser Basis weitere Gespräche mit den verschiedensten Interessensvertretungen und vor allem auch mit Grundbesitzern geben.
LR Christian Ragger betonte, dass die Erhebung auch die bisherige gute Arbeit des Nationalparks Hohe Tauern aufzeige. „Dennoch darf es keinen Stillstand geben und man muss neue Felder und Innovationen suchen. Zusätzliche Ideen wären auch, sich im sozialen Bereich zu engagieren und Menschen mit Behinderung in die NP-Verwaltungen einzubinden, aber auch Gelder und Innovationen aus EU-Projekten zu holen. In Kärnten haben wir damit gute Erfahrungen gemacht und Initiativen starten können, die auch länderübergreifend viel bringen würden. In finanziellen Angelegenheiten muss jeder sparen und unter Motto ‚Der Speck muss weg‘ werden wir in Kärnten die Zusammenlegung von zwei kostenintensiven Verwaltungsstandorten im Jahr 2015 durchführen.“ Geplant ist ein gemeinsamer Verwaltungssitz in Großkirchheim.
Der Nationalparkrat – das höchste Entscheidungsgremium im Nationalpark Hohe Tauern, dessen Aufgaben seit 1994 mit Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich und den Bundesländern Kärnten, Salzburg und Tirol festgelegt sind – besteht aus vier stimmberechtigten Mitgliedern, dem Umweltminister und den drei für den Nationalpark in den drei Bundesländern ressortzuständigen Mitgliedern der Landesregierungen. Alle zwei Jahre wechselt die Vorsitzführung unter den LandespolitikerInnen. Darüber hinaus sind je drei Vertreter der Gemeinden, der Grundeigentümer, des Naturschutzes und der zuständigen Fachabteilungen der Landesregierungen beratend involviert.
Text: Redaktion, Foto: NPHT/Mattersberger

