Monokel zeigt tragisch-komischen Vater-Sohn-Trip
Am 6.3. lädt der Filmklub Monokel im Lienzer Cine X zu „Nebraska“, einer Tragikkomödie über das Älterwerden, über die Familie, über Amerika und die Suche nach dem Glück ein.
In dem 115-minütigen Schwarz-Weiß-Film, der in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln gezeigt wird, führte Alexander Payne Regie. In der Tragikkomödie, die 2013 im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes stand, ist der Weg definitiv nicht das Ziel. Der Säufer Woody Grant, gespielt von Bruce Dern, glaubt, das große Los gezogen zu haben – ein Million Dollar-Gewinn! So verspricht es der Brief, der ihm ins Haus geflattert ist. Dass es sich dabei um einen Werbetrick handelt, will der starrköpfige alte Mann nicht wahrhaben. Er will den Gewinn persönlich in Nebraska abholen, schließlich muss er dafür „nur“ die Strecke von Billings, Montana nach Lincoln, Nebraska bewältigen, also lediglich schlappe 900 Meilen.
Als Wegbegleiter sucht sich Woody ausgerechnet seinen Sohn David, gespielt von Will Forte, aus. Dieser hatte den Kontakt abgebrochen, nachdem sein Vater immer mehr dem Alkohol verfallen war. Der Trip könnte also eine Chance für beide darstellen. Entlang des Weges treffen die beiden auf Verwandte und Freunde und machen Bekanntschaften. Woody möchte die Gelegenheit wahrnehmen, nach einem verkorksten Leben noch die eine oder andere Rechnung zu begleichen. Neben David ist dies vor allem Woodys Frau Kate (June Squibb), die unter seinen Saufeskapaden lange Jahre zu leiden hatte. So wird der Weg nicht nur zu einer Reise in Woodys Vergangenheit, sondern auch zu einer Suche nach Respekt und Anerkennung und vor allem danach, wofür es sich zu leben lohnt. Vielleicht ist es dafür noch nicht zu spät, solange man nur die Ziellinie fest im Blick behält…
NEBRASKA, 6. März 2014, im Cine X in Lienz, 18.15 Uhr und 20.30 Uhr
Text: J. Hilgartner, Foto und Video: youtube

