Matrei: Närrinnen und Narren in Höchstform

Gasthaussterben, Frosch-Projekt, Verkehr und Kanal im Tauerntal –  23 Gruppen sorgten beim Faschingsumzug am 11. Februar für ein buntes Treiben im Matreier Ortszentrum.

Die Musikkapelle Matrei organisiert alle zwei Jahre einen großen Faschingsumzug am Faschingssonntag. Heuer war der Umzug Auftakt des Veranstaltungsreigens zum 190-Jahr-Jubiläum des Klangkörpers. „Jeder hot an Stress – mit Facebook, Whatsapp und SMS“ – traditionell marschierte die Musikkapelle auch als erste Gruppe am Rauterplatz ein. Es folgten die Kindergarten-Kinder in futuristischen und außerirdischen Kostümen, die Super Nannys und ein bunter Marktstand mit überdimensionalen Lebkuchenherzen und flotten Sprüchen.

Der Bundeskanzler war am Faschingssonntag genauso in Matrei vertreten …

„In Motre weant die Imker immer mehr, drum missent kesse Bienen her“ war auf einem Wagen voll mit Bienen zu lesen. „Grüezi in Osttirol“ – in Schweizer Tracht trat eine Gruppe auf, die auf das Eingangsportal des Tourismusverbandes am Felbertauern und auf den Bezug von Material aus unserem Nachbarland anspielte. Schwarz gekleidet und mit lautem Trommelschlag marschierten die „Heigedaxn“ auf – in ihrer Mitte HC Strache. „Wir fahren heut ins Gschlöss, mitn Trecker und nit mit die Röss“ oder „Mia seim in Mario seine Ross und leider hetz orbitslos“ – dass die Pferdekutschen die Gäste nun nicht mehr vom Tauernhaus ins Innergschlöß bringen, war mehrmals Thema, genauso der Kanalbau im Tauerntal: „Der Kanalbau im Tauerntal – die Kosten-Nutzen-Rechnung ist fatal.“

… wie der Vizekanzler, der unter Trommelwirbel auf den Rauterplatz einzog.

Eine Gruppe war mit einer „Wanderbar“ unterwegs und thematisierte das Gasthaussterben in der Tauerngemeinde: „Kein Panzl und kein Broi mehr – da muss die Wanderbar her“, „Der neueste Hit – die Wanderbar folgt dir auf Schritt und Tritt.“ Eifrig ausgeschenkt wurde von einem bekannten Künstler und seinem Kompagnon der „Tauernbach Gin“, die Zedlacher fuhren mit einem Riesen-Märchenwagen unter dem Motto „Es war einmal …“ auf. Keineswegs leise ging es im neuen Schwimmbad im „Schwedenhotel“ zu. DJ Plottna als Hoteldirektorin „Camilla“ sorgte für viel Wirbel im Spa-Bereich. „In der Muh-Bar freit min sich iba Mottingare woll, das neue Schwimmbad ist aber mit Schweden voll.“

Traditionell mit einem besonders aufwändigen und großen Wagen waren die Zedlacher beim Faschingsumzug vertreten – diesmal ein Märchenwagen aus dem bekannten Lärchenwald.

Das „Brühla Froschprojekt“ sorgte für viel Diskussionen. Zumindest freuen sich die Frösche darüber, dass sie bald unterirdisch die B 108 queren können: „Mia Fresche seim fröh, dassma bekemmen hetz a Röa.“ Und zum Abschluss des Umzugs tagte noch die „Geldgeberkonferenz“. Putin, Trump und Merkel waren dort genauso vertreten, wie Österreichs Präsident und Kanzler. „Ich bin so schön, ich bin so toll, der Kanzler Basti hilft enk woll“, lautete eines der Versprechen der Spitzenpolitiker.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images