Manuel Auinger aus Stall im Mölltal: Ein Champion der Waldarbeit
Die Leidenschaften von Manuel Auinger sind die Forstwirtschaft und die Arbeit mit der Motorsäge. Bei Wettbewerben der Waldarbeit war der Mölltaler wiederholt sehr erfolgreich.
Mit seiner Leidenschaft für den Wald und seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten im Umgang mit der Motorsäge hat sich Manuel Auinger nicht nur bei nationalen, sondern auch bei internationalen Wettbewerben der Waldarbeit einen Namen gemacht. „Schon als kleines Kind hat mich die Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft fasziniert. Die Arbeit im Wald ist unglaublich vielfältig. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen“, erzählt der 20-Jährige.

Nach der Mittelschule beschloss der junge Mölltaler, die Landwirtschaftliche Fachschule Litzlhof in Lendorf zu besuchen und schloss diese als land- und forstwirtschaftlicher Facharbeiter ab. „Während meiner Ausbildungszeit habe ich mit meinen Kollegen erstmals an Wettbewerben teilgenommen. Trainer Armin Graf hat uns dabei sehr unterstützt.“ 2022 nahm Manuel erstmals an der Tschechischen Meisterschaft teil. Er holte sich in allen Disziplinen außer dem Kombinationsschnitt den 1. Platz und kürte sich damit zum tschechischen Meister.

Bei der Österreichischen Meisterschaft am Litzlhof war der Mölltaler aufgrund einer Erkrankung etwas beeinträchtigt, holte sich aber trotzdem den 3. Platz in der Einzelwertung. Im Vorjahr wechselte Manuel in die Forstfachschule Traunkirchen in Oberösterreich und absolviert dort aktuell die zweijährige Ausbildung zum Forstwart und Berufsjäger-Anwärter. Als Freigegenstand hat der junge Oberkärntner das Fach „Forstliche Wettkämpfe“ gewählt. „Das ist genau das Richtige für mich. Auf die Staatsmeisterschaft in Tamsweg im April 2023 konnte ich mich mit meinen Kollegen intensiv vorbereiten. Nach dem Unterricht haben wir Abend für Abend jeweils noch an die vier Stunden trainiert“, erinnert sich der 20-Jährige zurück.
Bei der Staatsmeisterschaft der Waldarbeit für Schülerinnen und Schüler im April 2023 in Tamsweg holte sich das Team der Forstfachschule in Traunkirchen den Titel.
Bei der Staatsmeisterschaft der Waldarbeit für Schülerinnen und Schüler tritt jeder Teilnehmer in den Disziplinen „Fällkerb und Fällschnitt“, „Präzisionsschnitt“, „Kettenwechseln“ und „Kombinationsschnitt“ einzeln an. Die zwölf besten Teilnehmer dieser Bewerbe qualifizieren sich für das Finale, in dem die Disziplin „Entasten“ ausgetragen wird.
Begleitet von den Trainern Martin Klamminger und Siegfried Kienesberger zeigten die Schüler der Forstfachschule Traunkirchen in Tamsweg sensationelle Leistungen und holten sich den Mannschaftssieg. Zusätzlich zum Staatsmeistertitel im Team sicherte sich Manuel Auinger in den Disziplinen Kettenwechseln und Kombinationsschnitt Gold und kürte sich außerdem auch zum Sieger in der Einzelwertung der Herren. Für das Kettenwechseln benötigte der Mölltaler nur 8,99 Sekunden. Als österreichischer Staatsmeister qualifizierte sich das erfolgreiche Team aus dem Salzkammergut auch für die Europameisterschaften im Juni 2023.
Manuel Auinger mit seinen Trainern Siegfried Kiensberger (links) und Martin Klamminger (rechts)
„Es war schon ein besonders schönes Gefühl, Österreich als einziges Team in Norwegen vertreten zu dürfen. Wir mussten einen 4 km langen Forstparcours in 4 Stunden bewältigen“, erzählt Manuel. Beim Kettenwechseln konnte der Oberkärntner seine Sensationszeit von Tamsweg wiederholen und siegte. Auch beim Entasten zeigte Manuel stark auf und holte sich den 2. Platz. Somit sicherte sich der begeisterte Forstarbeiter bei der Europameisterschaft auch den 2. Platz in der Einzelwertung. Das Team der Forstfachschule Traunkirchen wurde Vierter.

„Der Wald ist für mich mehr als nur ein Arbeitsplatz, er ist mein Rückzugsort und meine Inspiration. In diesem Bereich möchte ich mich auch nach Abschluss der Forstfachschule weiterbilden und weiterentwickeln. Mein Traum ist es, eines Tages vielleicht sogar mein eigenes Forstunternehmen zu gründen“, erzählt Manuel, der am 5. Juli 2024 die Forstfachschule in Traunkirchen als ausgebildeter Forstwart und Berufsjäger-Anwärter abschließen wird, von seinen Zukunftsplänen.

Die Forstfachschule in Traunkirchen
Die Forstfachschule in Traunkirchen im oberösterreichischen Teil des Salzkammergutes ist Bestandteil des Waldcampus Österreich, des größten und modernsten Waldkompetenzzentrums Europas. Die Schule bildet ForstwartIinnen und künftige BerufsjägerInnen in einer zweijährigen Ausbildung mit viel Praxis und unter modernsten Bedingungen aus. Da diese Ausbildungsform einzigartig in ganz Österreich ist, kommen die Schülerinnen und Schüler aus allen neun Bundesländern, aber auch aus Deutschland, Italien, Ungarn und sogar aus Spanien.

Die Absolventinnen und Absolventen können nach ihrer Ausbildung als Forstorgane Forstbetriebe bis 1.000 Hektar leiten oder als Berufsjäger tätig werden. Viele bieten ihre Leistungen auch als selbstständige Unternehmer an. Die Schule kann ab einem Mindestalter von 16 Jahren oder auch auf dem zweiten Bildungsweg besucht werden.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Forstfachschule in Traunkirchen, AdobeStock



