Lokalaugenschein im „Turm“ von Matrei
Unter dem Motto „Rund um den Turm von St. Alban” lud man am 29.5. in der Iseltaler Marktgemeinde Matrei i.O. zur „Langen Nacht der Kirchen” ein.
Mit Glockenklängen aller teilnehmenden Pfarren begann am Freitag, 29. Mai 2015, die „Lange Nacht der Kirchen“. Tirolweit öffneten rd. 70 Kirchen, Klöster, Kapellen und kirchliche Einrichtungen ihre Pforten für verschiedenste Veranstaltungen, mit der Zielsetzung, den Menschen die Schönheiten und die Vielfalt sakraler Bauten näher zu bringen. Im Bezirk Lienz nahmen mehrere Pfarren teil – neben Lienz, Sillian und Schlaiten u.a. auch jene von Matrei i.O.
In der Iseltaler Marktgemeinde steht mit der röm.-kath. Pfarrkirche St. Alban die größte Landkirche Tirols. Der heutige Bau stammt aus dem 18. Jh., vorher gab es schon zwei Vorgängerkirchen, deren erste 1326 abbrannte. Von 1327 bis 1335 wurde ein zweites Gotteshaus am Standort der heutigen Pfarrkirche errichtet, mit einem massiven Turm als hervorstechendstem Kennzeichen. Jahrhunderte später – die alte Kirche war inzwischen für die wachsende Bevölkerung viel zu klein geworden – entschloss man sich, das sakrale Gebäude zu schleifen und ein neues zu realisieren. Die Mauern der Kirche wurden abgetragen, nur der gotische Turm blieb erhalten. 1798 wurde der neue Landdom, der trotz eines barocken Gesamteindrucks architektonisch an der Wende vom Spätbarock hin zum Frühklassizismus steht, feierlich geweiht. Seitdem sind viele Jahrzehnte vergangen und wurden im Laufe der Zeit diverse Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche vorgenommen. Wer St. Alban heute betritt, den besticht die Klarheit der Gliederung des lichtdurchfluteten weiten Raumes und die schöne künstlerische Ausstattung. Als besonders markant gilt bis heute der rund 700 Jahre alte Turm der Matreier Pfarrkirche. Er ist durch sieben Quergesimse gegliedert. In der Höhe des Langhausgiebels durchbrechen spitzbogige Schallfenster das fast zwei Meter dicke Mauerwerk. Darüber, in den Giebelfeldern, zeigen vier Ziffernblätter die Zeit an. Mit seinem achtseitigen Spitzhelm, dem Knauf, Kreuz und Hahn erreicht der aus Tuffstein errichtete Turm, der insgesamt sieben Glocken trägt, die Höhe von 68 Metern.
Mesner Bernhard Oberschneider öffnete dem Osttirol heute-Team am Freitagnachmittag, 29.5., den Blick ins Innere des Kirchturms von Matrei und berichtete viel Interessantes aus Geschichte und jüngerer Vergangenheit.
Hier unsere Bilder aus dem Turminneren, in dem – als besonderes Detail am Rande – im Jahre 1992 auch Dreharbeiten zu der Neuverfilmung von „Heidi“ mit bekannten Schauspielern wie Jane Seymour oder Jason Robards stattfanden.
Text: E. Hilgartner, Fotos: www.osttirol-heute.at
