Kunst als Mittel historischer Reflexion: Lois Faschings Werke in Madrid
Der Osttiroler Bildhauer Alois Fasching nahm das 500ste Jubiläum der Weltumrundung durch Ferdinand Magellan zum Anlass, Skulpturen, Reliefbilder und Schiffe zu schaffen, die im Rahmen einer Ausstellung im Vorjahr erstmals auf Schloss Tirol präsentiert wurden. Nach einer weiteren Schau in Brüssel ist „Global 500“ nun bis 21. Mai in der spanischen Hauptstadt Madrid zu sehen.
Faschings eindrucksvolle Arbeiten werden im unabhängigen Museum „La Neomudéjar“ als Teil des breitgefächerten Kulturprogramms des offiziellen spanischen Gedenkjahres „V Centenario“ gezeigt. Der Titel der Schau „Global 500“ verweist auf das abenteuerliche Unterfangen, welches im September 1522 endete und später als „erste Weltumsegelung“ in die Geschichte einging. Die Werke des in Dölsach lebenden Künstlers reflektieren das historische Ereignis sowie die Anfänge der kolonialen Vergangenheit Europas auf künstlerische Weise.
Lois Faschings Darstellung des Schiffes „Victoria” (Aluminium, 330 cm) mit der Skulptur von Kapitän Sebastián Elcano im Hintergrund
Lois Fasching stellt in einer Art Momentaufnahme direkt oder indirekt in die Weltumrundung involvierte Personen dar, wie beispielsweise Juan Sebastián Elcano, Antonio Pigafetta, Jakob Fugger, Papst Leo X, Ureinwohner Patagoniens oder Mädchen der Molukken. Die zeitgenössische Repräsentation mittels lebensgroßer Skulpturen, Schiffe aus Aluminium und Bilderserien aus Asche-Kohle auf Aluminium dient der geschichtlichen Erinnerung, reißt die ProtagonistInnen aus ihrer Zeit und versetzt die BesucherInnen der Ausstellung in längst vergangene Tage.
Im Bild v.l.n.r. die Skulpturen von Papst Leo X, Cees Nooteboom (zeitgenössischer niederländischer Schriftsteller), Bischof Fonseca und Jakob Fugger. Im Zentrum die „Victoria“, die 1522 als einziges von fünf Schiffen wieder in den Ausgangshafen zurückkehrte.

Text: A. Hilgartner, Fotos: Österreichische Kulturforum