Lienzer Regisseur Antonio La Regina verfilmt DDR-Flucht eines Schwimmers
Axel Mitbauer war ein gefeierter Schwimmer in der DDR – bis sein Traum von Olympia an der Grenze der Diktatur zerschellte. Nun bringt Regisseur Antonio La Regina seine Geschichte als Doku auf die Kinoleinwand. Premiere am 12. Juni in Lienz.
Die DDR hielt große Stücke auf Axel Mitbauer. Als 18-jähriger Schwimmer galt er als Medaillenkandidat für die Olympischen Spiele in Mexiko. Doch kurz vor dem Abflug erfuhr die Stasi von seinen Fluchtgedanken – und machte kurzen Prozess. Sieben Wochen Einzelhaft, psychische Folter, lebenslanges Sportverbot. „Als sie mir das Schwimmen verboten, war das für mich wie ein Todesstoß“, erinnert sich Mitbauer.
Am 17. August 1969, in einer kühlen Sommernacht, kraulte er sich buchstäblich in die Freiheit – 25 Kilometer durch die Ostsee, orientiert an den Sternen und den Lichtern der Lübecker Bucht. Eine Geschichte, die beinahe zu unglaublich klingt, um wahr zu sein. Doch genau das ist sie: echt, schmerzhaft und zutiefst menschlich.
Der Mann, der diese Fluchtgeschichte jetzt ins Kino bringt, stammt aus Osttirol. Antonio La Regina wuchs in Lienz auf, absolvierte die Militärakademie, wurde Offizier, überlebte einen dramatischen Skitourenunfall – und änderte sein Leben grundlegend. Zuerst wurde er Radio-Moderator, und seit einigen Jahren lebt und arbeitet er in Wien als freier Filmemacher mit seiner eigenen Produktionsfirma Stilkraftfilm.
„Der Wettkampf meines Lebens – Die Geschichte von Axel Mitbauer“ ist Antonio La Reginas Kinodebüt.
Der Film feierte bereits in Leipzig und Dresden Premiere. In Lienz läuft er ab Donnerstag, 12. Juni, im CineX. Antonio La Regina wird zur Vorstellung um 18.30 Uhr persönlich anwesend sein. Der Film wird in ausgesuchten Cineplex und Holywood Megaplex Kinos in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol zu sehen sein.
Die Doku basiert auf Zeitzeugeninterviews, Archivmaterial und atmosphärischen Spielszenen, die die beklemmende Realität der DDR in den 1960er-Jahren greifbar machen – ohne Pathos, aber mit viel Gespür für das menschliche Drama hinter der Geschichte. Für den Regisseur ist der Film „eine Erinnerung daran, wie stark der Wunsch nach Freiheit sein kann“.
Text: Redaktion, Fotos: privat