Schloss Bruck: Lienz und der Krieg 1914-1918 in Bildern
In der Ausstellung „Heimat/Front“ zeigen das Museum Schloss Bruck und das TAP ab 28. September über eine Medienstation Lichtbild-Episoden des Ersten Weltkrieges in Lienz.
Vor 100 Jahren trat Italien in den Ersten Weltkrieg ein, für Österreich-Ungarn eröffnete sich eine neue Frontlinie. Diese reichte bis an die Grenzen des Bezirkes Lienz heran und beeinflusste das Leben auch im Hinterland massiv. „Heimat/Front. Lienz und der Krieg 1914–1918“ entstand in Zusammenarbeit mit dem in Lienz und Bruneck beheimateten Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP) unter der Leitung von Dr. Martin Kofler. Bedrückende, auch seltsam befremdlich wirkende Bilder erzählen vom Leben der Zivilbevölkerung, aber auch vom Kriegsalltag der Männer an der Gebirgsfront.
Für Hunderttausende führte der Rückzug Anfang November 1918 entlang der Pustertalbahnstrecke weiter ostwärts. Manche Soldaten „strandeten“ am Johannesplatz. (Fotograf: Wilhelm Dronovicz; Sammlung Martin Dobernik – TAP)
Die einzigartige Fotoausstellung wird – wie auch ihre Vorgängerin im Bergfried der ehemaligen Görzer Residenz, „Schlaglicht. Lienz und der Talboden“ – mit vielfach noch nie gesehenen Bildern den BesucherInnen die Geschehnisse vor 100 Jahren näher bringen. Geschichte wird so auf eine neue Weise vermittelt, wird erlebbar und bietet Einblicke, die vielfach noch nicht greifbar waren. Das TAP gibt anhand ausgewählter Photographien Einblick in die Geschichte der Stadt Lienz und seiner Bevölkerung im Ersten Weltkrieg. Die Entwicklungsstränge werden dabei in einen räumlich und zeitlich größeren Zusammenhang gestellt, um Kontinuitäten und Besonderheiten sichtbar zu machen.
Auch in der kalten Jahreszeit musste man an der Front ausharren – und auf den italienischen Gegner oder den eigenen Befehl zum Angriff warten, so auch diese zwei jungen Lienzer Standschützen im hinteren Gadertal, Winter 1915/16. (Fotograf: Franz Schneeberger; Sammlung Stadtgemeinde Lienz/Archiv Museum Schloss Bruck – TAP)
Eingerahmt von Tafeln mit betont emotionalem Bildinhalt stellt die Medienstation mit ihren Lichtbild-Episoden das Zentrum der Vermittlung dar. Abseits von Massenveranstaltungen verschiedenster Anlässe wird der Schwerpunkt auf den Alltag an Front und „Heimatfront“ durch vielfach bis dato unbekannte Photographien gelegt. Die Bedeutung der Religion ist, so zeigt sich, eklatant. Anfängliche Euphorie weicht rasch Schock und Ernüchterung. Not, Leid und Tod werden ständige Begleiter – dagegen kann auch die Propaganda nicht ankommen. Der Waffengang endet im Chaos, im Zerfall der Donaumonarchie, im schmerzlichen Verlust Südtirols. Selbst 100 Jahre nach der Entstehung der Bilder
macht der Blick in die Augen der damals Betroffenen mehr als nachdenklich.
„Heimat/Front“ ist vom 28. September bis 26. Oktober 2015 auf Schloss Bruck zu sehen. Die Ausstellung findet sich auch im Museumsprogramm der Saison 2016 wieder.
Text: Redaktion, Fotos: TAP


