Lienz: Florianiprozession hat eine lange Tradition
In Lienz wüteten ab dem 12. Jhdt. 15 Großbrände. An den größten, jenen von 1609, erinnert die Florianiprozession, die heute im Stadtzentrum über die Bühne ging.
Im Jahre 1609 brach in der Messinggasse ein Feuer aus, das sich rasant ausbreitete und die Stadt innerhalb von Stunden in ein Flammenmeer verwandelte. Das Feuer vernichtete 114 Wohn- und 70 Futterhäuser, aber auch öffentliche Gebäude wie die Liebburg. 13 Tote waren zu beklagen. Die Leid geprüfte Bevölkerung verlobte daraufhin eine jährliche Prozession, die später zur Floriani-Prozession wurde.
Vor der Liebburg, die 1609 niederbrannte, wurde heute Sonntag, 6. Mai 2018, der Gottesdienst gefeiert.
Die diesjährige Auflage ging am Sonntag, 6. Mai, im Herzen der Osttiroler Bezirkshauptstadt über die Bühne. Im Anschluss an die Hl. Messe auf dem Hauptplatz zogen die Gläubigen über die Rosengasse, die Messinggasse und die Franz von Defregger-Straße zum Klösterle und von dort über die Schweizergasse zur Klosterkirche St. Marien. An verschiedenen Stationen in der Lienzer Innenstadt wurden die vier Evangelien gelesen. Zahlreiche Häuser waren aus Anlass der Prozession festlich beflaggt.
St. Florian gilt als einer der populärsten katholischen Heiligen-Figuren. Als Patron der Feuerwehrleute und als Beschützer vor Feuer ist er heute noch immer hochverehrt. Was man von ihm weiß ist, dass er als Kelte Florianus im 3. Jahrhundert n. Chr. in einem Dorf bei Wien geboren wurde. Damals war diese Region Teil des römischen Imperiums. Das genaue Geburtsdatum des Heiligen ist unbekannt. Im Laufe seines Lebens machte er in der römischen Provinzverwaltung Karriere und wurde Kanzleivorstand des Statthalters. Florianus bekannte sich zum Christentum, das im römischen Reich zu dieser Zeit noch offiziell verboten war. Unklar ist, ob sein christlicher Glaube der Grund für eine vorzeitige Amtsenthebung war, oder ob Florianus aus Altersgründen in den Ruhestand ging. Jedenfalls spielt der wichtigste Teil seiner Heiligengeschichte erst dann, als er bereits vom Staatsdienst pensioniert war. Florianus erfuhr davon, dass in der Stadt Lauriacum (dem heutigen Lorch) 40 Christen gefangen und gefoltert wurden. Bei dem Versuch, seine Glaubensbrüder zu retten, geriet er selbst ins Visier der römischen Strafbehörden. Der Heilige – der heute auch als „Florian von Lorch“ bekannt ist – sollte dem Christentum abschwören. Als er sich weigerte, band man ihm einen Mühlstein um den Hals und warf ihn in den Fluss Enns, wo er ertrank. Dies geschah am 4. Mai 304, der später in der katholischen Kirche zu seinem Gedenk- und Namenstag erklärt wurde.
Text: A. Hilgartner, Fotos: Brunner Images



















