LH Platter: „Sicherheit steht im Vordergrund“

Tirols Landeshauptmann Günter Platter hält sich heute, Freitag 31.1., zum Lokalaugenschein im Bezirk Lienz auf. Sein Dank gilt den vielen unermüdlich tätigen Einsatzkräften.

 

In Osttirol nimmt das Schneechaos bereits bedrohliche Ausmaße an. In Innervillgraten wurde ein Räumfahrzeug von einer Lawine verschüttet, der Fahrer kam dabei ums Leben. In Thurn war ein Mann in einen Bach gefallen. Auch er starb.

Angesichts der aktuell schon sehr prekären Lage und der noch zu erwartenden weiteren Starkschneefälle lud Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner heute, am frühen Freitagnachmittag, gemeinsam mit Landeshauptmann Günther Platter und den Verantwortlichen von Einsatzkräften und Blaulichtorganisationen, zu einer Lagebesprechung ein. Die extreme Niederschlagssituation in Osttirol hält weiter an – bis einschließlich Sonntag muss mit weiteren Neuschneemengen von bis zu einem Meter gerechnet werden. „Derart extreme Schneefälle hat es in Osttirol noch nie gegeben. Umso wichtiger ist der engagierte Einsatz und die reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen Behörden und Einsatzorganisationen. Dieser Zusammenhalt ist beispielhaft“, lobte LH Günther Platter nach der Einsatzbesprechung die vorbildliche Arbeit aller HelferInnen. „Tirol hat schon immer in Notsituationen bewiesen: Wir halten zusammen und stehen füreinander ein. Das ist unser Signal der Hoffnung an alle Osttirolerinnen und Osttiroler!“

Lagebesprechung in der Bezirkshauptmannschaft

Lagebesprechung in der Bezirkshauptmannschaft

„Wir verzeichnen zahlreiche Straßensperren und auch Lawinenabgänge. Der sicherste Platz ist derzeit zuhause“, rät Olga Reisner, Bezirkshauptfrau von Lienz, der Bevölkerung und den Gästen in Osttirol. Bis Sonntagabend werden im südlichen Osttirol noch einmal Neuschneemengen von rund einem Meter erwartet, im Lienzer Talboden ein halber Meter. BH Reisner: „Das schlechte Wetter ermöglicht auch keinen Hubschrauberflug bis voraussichtlich Montag.“

Derzeit sind die Bezirkseinsatzleitung mit 17 Personen, die Feuerwehren, das Bundesheer mit 250 Mann auf Abruf, die Bergrettung sowie die Polizei und die Wasserrettung in Osttirol einsatzbereit. Zahlreiche Lawinenabgänge sind zu verzeichnen. So wurde die L 25 Defereggentalstraße im Bereich Moosergraben auf eine Höhe von bis zu sieben Metern verschüttet. Eine Lawine ist auch auf die L 358 St. Veiter Straße im Bereich Fretzgraben abgegangen und in Außervillgraten hat die Raucheggenbachlawine die Winkeltalstraße verschüttet. Durch die hohe Druckwelle wurde sogar die Haustür des Bürgermeisters eingedrückt.

Folgende überörtliche Verkehrswege sind derzeit für jeden Verkehr gesperrt:
B 100 Drautalstraße für LKW über 7,5 t gesperrt, ausgenommen Einsatzfahrzeuge
B 111 Gailtalstraße von Obertilliach bis Wacht
L 25 Defereggentalstraße ab Huben
L 273 Villgratental Landesstraße ab EGO Heinfels
L 324 Pustertaler Höhenstraße zwischen St. Justina und Bannberg sowie Unterried und Kristein
L 358 St. Veiter Straße
L 74 Rajacher Straße

Laufend aktuelle Infos zur Schneelage in Osttirol finden Interessierte auf der Homepage der BH Lienz unter https://www.tirol.gv.at/lienz

Text: Judith Goritschnig, Fotos: Judith Goritschnig, Bezirkseinsatzleitung Lienz

31. Januar 2014 um