L.E.S.E.N.13 soll bei Schülern Feuer entfachen
Das Projekt soll ein weiterer Baustein sein, um die Lesekompetenz der Osttiroler SchülerInnen zu stärken – eine Halbierung der Leseschwachen soll erreicht werden.
„Die Lesekompetenz ist vor allem an den Grundschulen nicht so, wie sie sein sollte, das sieht man auch in der Pisa-Studie“, meint Bezirksschulinspektorin Elisabeth Bachler, MA. Gemeinsam mit Lesekompetenztrainerin Dipl.-Päd. Maria Bürgler stellte sie am Freitag, 1. Feber 2013, ein Großprojekt vor, das die Lesekompetenz an Osttirols Schulen und Kindergärten stärken soll. „Lesen ist schwerer geworden. Es reicht nicht mehr aus, einfach einen Text linear zu lesen, die Kinder und Jugendlichen sollen auch zwischen den Zeilen lesen können, eine eigene Meinung entwickeln und einen Text danach beurteilen können, ob er ihnen gefällt oder nicht“, erklärt Bürgler den Sinn der Initiative. Aus Untersuchungen sei bekannt, dass Jugendliche mehr denn je lesen, aber anders. Lesen ist für die beiden Pädagoginnen eine wichtige Voraussetzung, um mit den Online-Medien umgehen zu können.
Mit „L.E.S.E.N.13 – Osttirol liest“ soll vom 24. bis 27. April 2013 sichtbar gemacht werden, dass Lesen Spaß macht. Bei der Auftaktveranstaltung am 24. April in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Lienz wird ein 3-gängiges literarisches und kulinarisches Menü mit Namen „Spätlese“ aufgetischt. Clowns sollen dem Lesen die Schwere nehmen. Lesetage an Schulen und in Gemeinden, Bildungsnachmittage und Workshops sind weitere Bausteine des Projektes. Beim „Krimi-Quartett“ am 26. April versuchen die Autoren Alfred Komarek, Bernhard Aichner und Georg Haderer die Frage zu klären, was, wie und warum Krimiautoren schreiben.
Im Februar 2013 startet an der VS Lienz-Nord das Projekt „Lesestipendium“. Pensionierte LehrerInnen und Mitglieder des Clubs der Rotarier werden 20 Kindern aus der ersten bis dritten Klasse als Lespatinnen und –paten zur Seite stehen. Sowohl im Hinblick auf die Förderung besonderer Begabungen als auch beim Erwerb der elementaren Lesefertigkeiten werden die SchülerInnen bei diesem Projekt unterstützt. „80% der leseschwachen SchülerInnen haben Automatisierungsschwächen. Wir schauen uns genau an, welche Leseschwächen das einzelne Kind hat und behandeln diese Mankos dann gezielt“, erklärt Lesekoordinatorin Maria Bürgler. Bezirksschulinspektorin Elisabeth Bachler ortet in den letzten Jahren durch das konsequente Lesekompetenz-Training im Bezirk und die Projekte „100 Minuten lesen“ sowie „Salzburger Lesescreening“ eine deutliche Verbesserung der Lesekompetenz unter Osttirols SchülerInnen. „Aktuelle Zahlen liegen zwar noch nicht vor, aber wir werden in Kürze unser Ziel, die Quote der leseschwachen SchülerInnen zu halbieren, erreichen“, so Bezirksschulinspektorin Elisabeth Bachler abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger