Lehrlinge der Tiroler Fachberufsschule Lienz nahmen an Lehrlingsparlament in Wien teil
Die Lehrlinge schlüpften in die Rolle von Abgeordneten, durchliefen den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und berufliche Zukunft.
Rund 90 Lehrlinge aus ganz Österreich, darunter auch acht Lehrlinge der Tiroler Fachberufsschule Lienz, nahmen am 27. und 28. April am Lehrlingsparlament im Hohen Haus in Wien teil. Zu Beginn ihres Aufenthalts wurden die Lehrlinge im Parlament von Bundesratspräsident Markus Stotter persönlich begrüßt. „Unsere Aufgabe ist es, junge Menschen bestmöglich auf ihre Zukunft als Fachkräfte und verantwortungsbewusste Mitglieder der Gesellschaft vorzubereiten. Die Teilnahme am Lehrlingsparlament zeigt eindrucksvoll, wie wichtig politische Bildung und Medienkompetenz in einer modernen Ausbildung sind“, so der Bundesratspräsident.
Im Zentrum des Lehrlingsparlaments stand ein fiktiver Gesetzesentwurf zur Weiterentwicklung des Berufsschulunterrichts. Diskutiert wurden insbesondere die verpflichtende Verankerung von Medienkompetenz, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, Deutsch und Kommunikation sowie politischer Bildung und Religion. Die Lehrlinge arbeiteten intensiv in Ausschüssen, bildeten Fraktionen, verhandelten Mehrheiten und beschlossen schließlich im Plenum – unter Vorsitz von Nationalratspräsident Walter Rosenkranz – eine überarbeitete Gesetzesvorlage mit breiter Mehrheit.
Bundesratspräsident Markus Stotter begrüßt die Osttiroler Lehrlinge
Ein zentrales Ergebnis war die ausgewogene Integration von Medienkompetenz und Digitalisierung in den Lehrplan: Diese sollen künftig sowohl als Grundbildung in der ersten Klasse als auch als vertiefender Unterricht in den Folgejahren stattfinden und insgesamt rund 10 % der Unterrichtszeit ausmachen. Ergänzend wurde auch eine berufsbezogene Fremdsprache als wichtiger Bestandteil moderner Ausbildung hervorgehoben.
Neben der Gesetzesinitiative verabschiedeten die Lehrlinge mehrere Entschließungen. Einstimmig forderten sie unter anderem eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte sowie verstärkte Fortbildungsangebote für Lehrkräfte im Bereich Medienkompetenz und EDV. Weitere Beschlüsse betrafen die stärkere Auseinandersetzung mit Desinformation, Datenschutz und den Ausbau technischer Infrastruktur.
Selfie der Osttiroler Delegation vor dem Parlament
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TFBS Lienz zeigten sich besonders engagiert und interessiert. „Viel gesehen und viel gelernt“ – so fasste einer der Lehrlinge die Eindrücke zusammen. Die intensive Auseinandersetzung mit politischen Prozessen, Meinungsbildung und Kompromissfindung sei eine wertvolle Erfahrung gewesen, die weit über den Unterricht hinausgehe.
„Wir sehen in der Teilnahme am Lehrlingsparlament eine wichtige Ergänzung zur fachlichen Ausbildung. Im Sinne des Leitbilds unserer Schule als Kompetenzzentrum für die duale Ausbildung werden nicht nur fachliche Qualifikationen vermittelt, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung, kritisches Denken und Medienkompetenz gefördert“, betonte Direktor Klaus Oberegger.
Text: Redaktion, Fotos: Parlamentsdirektion/Arman Rastegar, TFBS Lienz/Klaus Oberegger


