Lawinenwarndienst rät derzeit von Skitouren ab
Für das kommende Wochenende raten die Experten von Aktivitäten im freien Gelände im Gebirge dringend ab – auch in den Osttiroler Tauern erhebliche Lawinengefahr.
Eine äußerst turbulente Wetterlage steht in Tirol am kommenden Wochenende bevor. Zunächst bringt eine Warmfront Regen bis auf über 2.000 Meter Seehöhe, danach eine Kaltfront Schnee bis in die Täler. Begleitet werden die Fronten von orkanartigen Böen mit bis zu 120 km/h. Unter solchen Umständen steigt die Lawinengefahr extrem an. Was eher selten vorkommt, ist deshalb eingetreten. Die Experten des Lawinenwarndienstes raten von Skitouren und anderen sportlichen Aktivitäten im freien Gelände im Gebirge dringend ab.
„Der Neuschnee wird vom Sturm kreuz und quer verfrachtet. Gefahrenstellen liegen in Triebschneehängen aller Expositionen sowie bei Übergängen von viel zu wenig Schnee“, so Dr. Rudi Mair vom Lawinenwarndienst. Mit dem Neuschnee und den orkanartigen Winden könne die Lawinengefahr in einigen Regionen in Tirol am Wochenende die Stufe 4 (groß) erreichen. Die Schneedecke ab etwa 2.100 Metern sei in allen Hangrichtungen schlecht aufgebaut, bis auf eine Höhe von ca. 2.200 Meter finde man zudem häufig eine Regenkruste von Anfang Jänner. Unterhalb dieser Kruste befinde sich meist eine lockere Schicht, die als Lawinengleitfläche in Betracht kommt.
Für die Osttiroler Tauern ist derzeit Warnstufe 3 (erheblich) ausgegeben, in Zentral-Osttirol (Defereggental, Schobergruppe) Stufe 2 (mäßig) und in den Dolomiten Stufe 1 (gering).
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images
