Die höchste Lawinenwarnstufe 5 droht
Der Lawinenwarndienst für Tirol spricht für Samstag von großer, in den Abendstunden von vermutlich sehr großer Lawinengefahr (Stufe 5) im Süden Osttirols.
Laut Lawinenlagebericht des Lawinenwarndienstes für Tirol von Samstag, 1. Februar 2014, 7.30 Uhr, herrscht in ganz Osttirol große (Stufe 4) Lawinengefahr. Je nach weiterer Wetterentwicklung kann am Nachmittag in den Dolomiten und in Zentralosttirol (Defereggen-, Kalser-, Villgratental) die Stufe auf 5 (sehr große Gefahr) erreicht werden. Peter Ladstätter, Bezirkseinsatzleiter der Bergrettung, appelliert an die Bevölkerung, bis zur Stabilisierung der Lage Ruhe zu bewahren, möglichst zu Hause zu bleiben und den Anweisungen der Behörden unbedingt Folge zu leisten. „Es hat in der Nacht nur wenig geschneit, jetzt beginnt es wieder stärker zu schneien. Auf der Oberfläche hat sich Reif gebildet, und der Neuschnee hat nur wenig Bindung mit dem Altschnee. Dadurch ist die Gefahr von Lawinenabgängen sehr groß“, so Ladstätter. Auch die prognostizierten wärmeren Temperaturen könnten zu einer zusätzlichen Gefahr werden. „Wenn der Schnee nasser wird, kommt noch mehr Bewegung in die Schneedecke“, meint der Bergretter.
„Wir gehen jetzt auch hinauf, um Schneeprofile zu machen. Damit können wir den Schneedeckenaufbau und das Gefährdungspotenzial besser beurteilen“, so Ladstätter am Samstagmorgen. Im Defereggental sind zu den rund 40 Zentimetern Neuschnee vom Freitag über Nacht noch ca. 30 Zentimeter hinzugekommen. Vitus Monitzer, Bürgermeister der Gemeinde St. Veit i. Def., spricht ebenfalls von einer unveränderten gefährlichen Lage und davon, dass an eine Öffnung der Straßen derzeit nicht zu denken ist. „Die Straßen bleiben bei uns im Tal weiterhin gesperrt. Wenn es jetzt wärmer wird, steigt die Gefahr, dass Nassschneelawinen abgehen“, so Monitzer. Das Problem sei derzeit auch, dass man nicht wisse, wie sich die Situation in höheren Lagen darstellt. „Erkundungsflüge sind derzeit nicht möglich. So können wir die Situation nur vom Tal aus beurteilen. Wegen des starken Nebels und Schneefalls sieht man kaum hinauf“, berichtet Vitus Monitzer aus dem Defereggental.
Im Villgratental herrscht am Samstagvormittag leichter Schneefall. In der Nacht sind zum Schnee von Freitag ca. 20 Zentimeter Neuschnee dazugekommen. „Wir haben damit im Villgratental eine Schneehöhe von knapp unter einem Meter. Im Winkeltal ist gestern eine größere Lawine abgegangen. Die Gefahr bleibt weiterhin groß, deswegen bleiben die Straßen im Villgratental weiterhin gesperrt“, so der Außervillgrater Bürgermeister Mag. Josef Mair. Geräumt werden in Außervillgraten derzeit nur die Straßen im Dorf und kleine Abschnitte in den Fraktionen. „Wir achten natürlich auch darauf, dass die Räummannschaften nicht unnötig gefährdet werden“, so Mair. Am Samstagvormittag war er dabei, einen Rundruf in alle Ortsteile zu machen. „Ich frage nach, ob alles in Ordnung ist, ob es vielleicht Kranke gibt, damit wir nicht irgendwann durch unangenehme Ereignisse überrascht werden“, so der Bürgermeister.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images
