Krippenverein Defereggental stellte aus

Am Sonntagnachmittag stellte der Krippenverein Defereggental im Foyer des Gemeindesaales in St. Jakob verschiedene, mit viel Liebe zum Detail gefertigte Krippen aus. In Tirol hat das Krippenbauen eine lange Tradition. Die ältesten Weihnachtskrippen wurden in der Landeshauptstadt bereits im Jahre 1608 verzeichnet. Das in der Krippe dargestellte Weihnachtsgeheimnis dem Volk nahe zu bringen, bemühten sich insbesondere die den beiden Klöstern der Franziskaner und Kapuziner angehörenden Söhne des hl. Franziskus. Die Franziskaner und Kapuziner ermunterten ihre Zuhörer, Weihnachtskrippen auch in den Wohnungen aufzustellen. Zur Zeit der Aufklärung wurden die Krippen aus den Kirchen verbannt, wodurch sie vermehrt in den Bürger- und Bauernhäusern Einzug fanden. In der Folgezeit nahm die Zahl der Krippenfreunde und vor allem auch der Krippenkünstler immer mehr zu. Johann Nepomuk Giner, der Ältere, Johann Giner, der Jüngere, Speckbacher, Probst, Demetz, Seisl, Kratzer, Pernlochner, Penz, um nur einige stellvertretend für die vielen Schnitzer, Hintergrundmaler und Krippenbauer zu nennen, beeinflussten das Krippenwesen in Tirol entscheidend. Im Jahre 1860 erfolgte schließlich die Gründung des ersten Tiroler Krippenvereines im Pitztal. Heute ist die Tradition der Krippenkunst in wenigen europäischen Regionen so ausgeprägt wie in Tirol.

Dekan Reinhold Pitterle segnete die Krippen.

Dekan Reinhold Pitterle segnete die Krippen.

Ein vergleichsweise junger, aber sehr engagierter Krippenverein wurde 1998 im Defereggental ins Leben gerufen. Waren es zu Beginn nur einige Idealisten, so zählt man inzwischen bereits rd. 70 Mitglieder. Vereinsziele sind die Pflege und Förderung der Krippen, gemeinsame Ausflüge, Wallfahrten und vieles andere mehr, u.a. auch die Organisation von Krippenbaukursen. Am Sonntag, 11.11., wurden im Foyer des Gemeindesaales von St. Jakob zahlreiche schöne Krippenmodelle ausgestellt, die im Zuge eines derartigen Kurses entstanden waren. Dekan Reinhold Pitterle segnete die Unikate, Bgm. Gerald Hauser freute sich über die Pflege des traditionellen Brauchtums.

Text und Fotos: Journal/Sulzenbacher

12. November 2012 um