Kals a.G.: Eintauchen in die spannende Welt der Namen
Seit 1985 beschäftigen sich Wissenschaftler im Rahmen des „Namenkundlichen Symposiums“ mit der Herkunft und Bedeutung von alpinen Flur-, Orts-, Hof- und Hausnamen.
Aus Anlass des 30. Namenkundlichen Symposiums wurde am Freitagabend, 12.6., in der Osttiroler Glocknergemeinde nicht nur eine „Horchstation“ im Ortszentrum eingeweiht, sondern im Rahmen eines Festaktes im Johann Stüdl-Saal in interessanten Vorträgen auch ein Rückblick auf die inzwischen über drei Jahrzehnte andauernde wissenschaftliche Beschäftigung mit dem alpinen Namensgut geworfen.
Der Kalser Bürgermeister Klaus Unterweger begrüßte Ehrengäste wie Interessierte aus der Bevölkerung am Freitagabend, 12. Juni, im Ortszentrum von Kals
Zuvor waren am Kalser Kirchplatz neben der Trachtenmusikkapelle unter Leitung von Kapellmeister Martin Gratz auch Abordnungen der Kalser Vereine (Bergführer, Schützengilde, Schützenkompanie und Freiwillige Feuerwehr) aufmarschiert, um der Enthüllung der neuen „Horchstation“ einen würdigen Rahmen zu geben. Bgm. Klaus Unterweger bedankte sich bei all jenen, die zur Errichtung der Station, an der Flur-, Orts- und Bergnamen für alle Interessierten „hörbar“ werden, beigetragen haben.
Seit 1985 beschäftigen sich Wissenschaftler im Rahmen des „Namenkundlichen Symposiums“ mit der Herkunft und Bedeutung von alpinen Flur-, Orts-, Hof- und Hausnamen.
Als Ideengeberin fungierte die Wissenschaftlerin und „Neo-Kalserin“ Isolde Hausner. Sie brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass man mit der Installierung der neuen „Horchstation“ das Interesse von Einheimischen wie Gästen für das, „was wir seit 30 Jahren erforschen“, wecken könne. Die Horchstation solle zu einem „Gewinn“ für das Kalser Tal werden und den Menschen das Werden dieser Lebenswelt im Gebirge näher bringen. Hausner bezeichnete die Horchstation, die unter dem Motto „Drei Völker, ein Tal“ steht, als eine Art „Zauberkästchen“. Mit dem Drücken der insgesamt fünf Knöpfe kann man erfahren, welche drei Sprachvölker (Romanen, Slawen und Bajuwaren) zur Vielfalt des Namensgutes im Kalser Tal beigetragen haben oder was einzelne Orts- und Flurnamen aussagen bzw. welchen Ursprungs sie sind. Die Audioaufnahmen (besprochen von Marlene Frotschnig und Martin Gratz) vermitteln z.B. was „Peischlach“ (Gegend, wo der Wind weht), „Arnig“ (Hinweis auf Ahornwald) oder „Haslach“ (Standort von Haselnussstauden) bedeuten. NPHT-Dir. Hermann Stotter betonte, dass der Nationalpark nicht nur für die Natur, sondern auch für die Kultur in der Region stehe. Dazu gehöre auch die Sprache und damit die Vielzahl an Dialekten in den Hohen Tauern. „Wir haben gerne daran mitgewirkt, diese Horchstation hier im Ortszentrum von Kals zu realisieren und damit die Aufarbeitung der alpinen Namensforschung möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen!“ Den Festvortag im Johann Stüdl-Saal im Anschluss an die Enthüllung der Horchstation hielt der Klagenfurter Wissenschaftler Heinz-Dieter Pohl. Er referierte zum Thema „Das Kalser Namensgut im Lichte der Kalser Namenkundlichen Symposien“, sein Kollege Peter Anreiter über „Kalser Hofnamen“.
Der Festabend, musikalisch umrahmt von der TMK Kals und den Iseltaler Blechbläsern, fand mit der Ehrung verdienter Persönlichkeiten seinen Abschluss.
Für Osttirol heute war Christian Walder am Abend des 12.6. in Kals. Hier seine wirklich schönen Bilder in einer Slideshow.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Christian Walder

