Junge Asslingerinnen und Asslinger feierten ihre Jungbürgerschaft
Die Gemeinde Assling lud am Samstag, 29. Dezember 2018, zur Jungbürgerfeier in das Kulturheim. Die Festrede hielt der Tiroler Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa.
66 Jungbürgerinnen und Jungbürger der Jahrgänge 1999, 2000 und 2001 waren eingeladen, mehr als 80% von ihnen bei der Jungbürgerfeier anwesend. Nach dem Empfang im Mehrzwecksaal des Gemeindezentrums zelebrierte Pfarrer Andreas Huber einen Gottesdienst in der Pfarrkirche, den der Jugendchor Assling musikalisch gestaltete. Um 20.00 Uhr begann der Festakt im Kulturheim. „Wir feiern alle drei Jahre unsere Jungbürger. Ich freue mich immer, wenn ich einen Raum voll mit strahlenden, fröhlichen jungen Menschen sehe. Wir feiern heute eure Volljährigkeit, und das ist ein bedeutender und vor allem auch hoffnungsvoller Ausblick”, so Bgm. Bernhard Schneider einleitend. Die heutige junge Generation sei eine durchaus kritische und diskussionsbereite, die vor allem auch bereit ist, Leistungen zu erbringen und Strapazen auf sich zu nehmen.
Bgm. Bernhard Schneider: „Die Weichenstellungen in der Jugend prägen einen Menschen stark. Ich verstehe, dass junge Menschen in der heutigen unübersichtlichen Zeit nach Werten und Heimat suchen. Heimat ist für mich nichts Besonderes, aber etwas ganz Bestimmtes. Wir können immer wieder darüber diskutieren, was dieses Bestimmte bedeutet.”
„In der modernen Zeit haben wir ein beängstigendes Tempo erreicht. Sie bietet aber auch Chancen wie nie zuvor. Politik allein kann die Zukunft nicht gestalten. Wichtig für euch junge Menschen ist die Selbstbestimmung. Leistet euch eine eigene und unabhängige Meinung, arbeitet, gestaltet und entscheidet mit”, appellierte Bgm. Bernhard Schneider an die Jugendlichen. Auf die Themen „Einheit des Landes Tirol”, „Europa” und „Sonderförderungen für Osttirol” ging Alt-Landeshauptmann Herwig van Staa in seiner Festrede ein. „Tirol ist für mich nur als Einheit begreifbar. Es war ein schwieriger Prozess, um diese Landeseinheit herstellen zu können. Um den Gefährdungen – wie Globalisierung und Internationalisierung – entgegenhalten zu können, brauchen wir das Engagement der Jugend und der Menschen, die in den Gemeinden und Regionen leben und arbeiten”, so Herwig van Staa.
Herwig van Staa (ehemaliger Landeshauptmann und Landtagspräsident): „Ich bin dankbar, dass es dieses Europa in der heutigen Form gibt. Wir alle müssen die Europa-Idee gemeinsam tragen. Europa hat eine Geschichte von Kriegen und den fürchterlichsten Auseinandersetzungen in der Welt hinter sich. Seit 1945 haben wir in Europa Frieden. Dieser musste mühsam erkämpft werden und ist jeden Tag bedroht.”
Weiters ging Herwig van Staa auf das „Friedensprojekt Europäische Union” ein: „Ich bitte euch, am demokratischen Prozess engagiert teilzunehmen. Die Menschenrechte und die Achtung der Mitmenschen sind im europäischen Prozess eine zentrale Forderung. Ohne die wirtschaftliche Vereinigung hätte Europa in der Welt keine Chance.” Auf die Frage „Was bringt ein vereinigtes Europa für Osttirol?” nahm Herwig van Staa ebenfalls Bezug. „Bereits zweimal konnte ein 100 Mio. Euro-Paket für Osttirol geschnürt werden. Durch viele Kontakte konnten wir auf Bundes- und Landesebene Unterstützer dafür finden. Aktuell können durch ein Kultur-Sonderprogramm z.B. die Burg Heinfels und die Römerstadt Aguntum in Dölsach unterstützt werden – das sind für mich wahre Sterne am Kulturhimmel Tirols”, so der ehemalige Tiroler Landeshauptmann und Landtagspräsident.
Die Gelöbnisformel sprachen im Anschluss Diana und Hannes Theurl. Für das leibliche Wohl sorgten der „Gasthof Aue” und die Jungbauernschaft/Landjugend Assling. Im Anschluss waren auch Freundinnen und Freunde der JungbürgerInnen zur Feier eingeladen. Für coolen Sound sorgte die Gruppe „Vintage Express”.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger




