Gemeinde Leisach feierte ihre JungbürgerInnen

43 LeisacherInnen der Jahrgänge 1994 bis 1997 feierten ihre Jungbürgerschaft. Festredner ÖR Josef Lugger schnitt auch das Thema Umgang Europas mit Flüchtlingen an.

Zu Beginn der Jungbürgerfeier am Samstag, 19. September 2015, zelebrierte Jugendseelsorger Mag. Wolfgang Meixner einen Gottesdienst in der Pfarrkirche. Danach begrüßte Bgm. Dietmar Zant 43 JungbürgerInnen, Leisacher Gemeinderäte und Vereinsobleute. Michael Frotschnig sprach für die JungbürgerInnen und betonte die Bedeutung des Zusammenhalts zwischen den Generationen. „Wir stehen zu unserer Heimatgemeinde und schätzen es, was uns hier alles geboten wird“, so Frotschnig.

Bgm. Dietnmar Zant: „Wir sind sehr froh darüber, dass bei uns in Leisach viele junge Menschen Verantwortung im Vereins- und Gesellschaftsleben übernehmen."

Bgm. Dietmar Zant: „Wir sind sehr froh darüber, dass bei uns in Leisach viele junge Menschen Verantwortung im Vereins- und Gesellschaftsleben übernehmen.“

Als Bauer, Wirt, Seilbahner und Musikant stellte sich Festredner Josef Lugger vor. Er betreibt den Gasthof Unterwöger in Obertilliach und ist dort Geschäftsführer der Bergbahnen. Sein Bezug zu Leisach ist, dass er dort den „Kerschbaumerhof“ betreibt. Er warf zunächst einen Blick zurück in die Geschichte des Dorfes. Bereits vor 2.000 Jahren, als die Römerstadt Aguntum das Handelszentrum der Region war, sei Leisach besiedelt gewesen. Er appellierte an die Jungbürger, in der Kombination Arbeitsplätze, Wirtschaft, Politik und Sozialpolitik nicht das Augenmaß zu verlieren.

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„Es wird in eurer Zukunft nicht mehr den Zuwachs an Arbeitsplätzen geben, wie ihn die Generation nach 1945 nutzen konnte. Auch die künftige Belastung Europas als Aufnahmeregion für Flüchtlinge wird wesentlich drastischer“, so Lugger. Hunderttausende – unter ihnen viele Familie und Kinder – seien auf der Flucht vor dem Krieg zwischen zwei Zwillingsreligionen. „Wo sollen sie denn hin? Den Flüchtlingsstrom wird Europa aushalten, und die Krise wird uns sogar noch stärken. Auf Wohlstandszuwächse werden wir aber in Zukunft verzichten müssen, vielleicht gibt es sogar Abstriche“, ließ der Festredner auch Unangenehmeres anklingen. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik in der alten österreichischen Form zu schätzen sei ihm wichtig. „Ich bitte euch junge Menschen vor allem, mit Verstand und Anstand zu werten“, so Lugger abschließend.

Nach dem Festakt klang der Abend mit Musik der „Leisacher“ zünftig aus.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, Osttirol heute/Martino Le

 

 

23. September 2015 um