Jalimo-Hospitalbau geht mit Schwung weiter

Mitte März fliegen die am Hilfsprojekt beteiligten Architekturdiplomanten David Kraler und Christoph Lachberger wieder in den Südsudan. Indes werden weitere Helfer gesucht.

Projektgründer Dr. Franz Krösslhuber und Hans Themessl verkündeten die gute Nachricht, dass der Bau des Health Care Centers in der südsudanesischen Grenzregion, der mit Unterstützung des Vereins „Osttirol für Jalimo“ finanziert wird, demnächst fortgeführt wird. Aufgrund heftiger Unruhen, die bereits vor Weihnachten im Norden des Landes ausgebrochen waren, wurden alle am Projekt beteiligten Osttiroler sicherheitshalber wieder zurück nach Österreich geholt. Die Projektverantwortlichen haben dadurch wertvolle drei Monate in der idealsten Bauzeit verloren, freuen sich nun aber über die Fortsetzung des engagierten Vorhabens: „Wir waren immer in Kontakt mit Ansprechpartnern vor Ort sowie mit einem EU-Beauftragten, der uns versicherte, dass wir unsere Leute wieder guten Gewissens in den Südsudan reisen lassen können!“

David Kraler und Christoph Lachberger, die beiden Architekturdiplomanten, die den Bau konzipierten und vor Ort leiten, reisen am 13. März wieder nach Mondikolok im County Kajo-Keji, wo die „Road to Health“ entstehen soll. Ein weiterer Helfer wartet bereits im benachbarten Uganda auf seinen Einsatz. „In der Zwischenzeit haben wir viele Vorbereitungsarbeiten, von der Wasserversorgung über die Photovoltaik-Ausrüstung bis hin zu diversen Transporten, erledigt. Auch ein Rettungsauto soll nächste Woche geliefert werden“, informiert Vereinsobmann Krösslhuber. Beim Ambulanzhaus, einem der beiden Hauptgebäude, steht bereits die Fachwerkshülle, unter welcher nun das Betonfundament errichtet wird. Die Dachträger des zweiten Gebäudes konnten nicht mehr rechtzeitig aufgebaut werden und werden derzeit zwischengelagert. Nun hofft man darauf, dass das Material noch brauchbar ist und dass man auch im sogenannten Administration Building bald unter dem fertig konstruierten Dach weiterbauen kann, denn im Mai beginnt wieder die Regenzeit. Im Juli/August sollen die Elektro- und Sanitärinstallationen folgen. Die Fertigstellung der ersten Baustufe, welche die beiden genannten Gebäude umfasst, ist für August/September 2014 geplant. Die technische und medizinische Ausrüstung des Health Care Centers erfolgt von Osttirol aus.

jalimowerkzeug

Die afrikanischen Helfer vor Ort sind in alle Arbeiten involviert und profitieren vom Know-how der Osttiroler Fachkräfte. Die gewonnenen Kenntnisse sollen den Südsudanesen auf ihrem weiteren Berufsweg nützlich sein.

„Wir suchen noch einen Tausendsassa, der gut mit Holz umgehen kann“, ruft Hans Themessl Osttiroler Freiwillige zum spontanen Mithelfen auf. „Für die Zeit zwischen Mitte März und Ende April benötigen wir dringend noch Tischler oder einen Zimmermann, gerne auch einen Pensionisten, der sich im Idealfall etwa sechs Wochen für den Einsatz Zeit nehmen kann. Der Verein übernimmt den größeren Teil der Kosten und bietet auch eine kollektive Unfallversicherung!“ Für die weiteren Baumaßnahmen werden auch noch Maurer und Installateure gesucht.

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Die Kinder der Region sind von den Arbeitsgeräten und -fahrzeugen der Osttiroler Mannschaft fasziniert.

Im Jänner 2015 möchte Dr. Franz Krösslhuber wieder selbst nach Afrika reisen und mit der medizinischen Arbeit beginnen. „Erst werden wir den Betrieb noch ohne weitere Ärzte, dafür aber mit dem Pflegepersonal starten“, so der Lienzer Kinderarzt. Mit der Organisation „Ärzte für die Dritte Welt“ habe man schon Kontakt aufgenommen, und mit einem Vortrag im Lienzer Bezirkskrankenhaus möchte Krösslhuber auch einheimische Mediziner für einen Einsatz im Südsudan begeistern. Die Arbeit in Afrika werde angehenden Ärzten außerdem bei ihrer Ausbildung angerechnet. Dennoch stehe die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Vordergrund: „Wir werden uns vor Ort auch auf die Suche nach einem einheimischen Mediziner begeben, der die ‚Road to Health‘ weiterführen kann, wenn wir uns wieder zurückziehen!“

In der Zwischenzeit geht der Verein „Osttirol für Jalimo“ weiter auf Spendenfang und hat sich dafür einige Aktionen einfallen lassen. Am 21. März findet „RADELN für Jalimo“ mit dem Osttiroler Extremsportler Uli Mattersberger statt, bei dem 1 Euro pro gefahrenem Kilometer an Spenden hereinkommen soll. 5 000 Kilometer sind angepeilt, 250 Kilometer pro Tag will Mattersberger bewältigen. Am 5. April lädt der Verein zum „Kulinarischen Abend für Jalimo“ in den Holunderhof. Mit einem 6-gängigen Charity-Dinner soll der Spendentopf ordentlich aufgefüllt werden. Am 9. Mai folgt ein Wein-Abend mit edlen Tropfen aus der Region Rust im Hotel-Restaurant Laserz in Amlach.

Alle, die sich für die freiwillige Mitarbeit am Hilfsprojekt im Südsudan interessieren, können sich bei Hans J. Themessl unter der Tel.: 0676/6781300 bzw. E-Mail: hans.themessl@aon.at melden. Weitere Infos sowie die Spenden-Kontonummer sind auf www.jalimo-hospital.at bzw. im Internetblog der Architekturstudenten auf www.gelatat.wordpress.com zu finden!

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Text: Judith Goritschnig, Fotos: Journal, Hans Themessl

25. Februar 2014 um