Jalimo: Einrichtung des Spitals steht kurz bevor
Mit Ankunft des Containers mit medizinischen Geräten und Einrichtungsgegenständen aus Osttirol soll das Health Care Center im Februar 2015 in Betrieb genommen werden.
„Jetzt kommt die Zeit des medizinischen Aufbaus“, berichteten Dr. Franz Krösslhuber und Hans Themessl am Montag, 22. Dezember, bei einem Pressegespräch über die aktuelle Situation des Projektes „Osttirol für Jalimo-Mondikolok“ im Südsudan. Seit mehr als zweieinhalb Jahren befindet sich das außergewöhnliche Hilfsprojekt im Aufbau, nun stehen die Gebäude und sollen bis Anfang 2015 fertiggestellt, eingerichtet, mit Strom und Wasser versorgt und damit bezugsfertig gemacht werden.
„Vor genau einem Jahr befanden wir uns auf einem absoluten Tiefpunkt, als aufgrund eines neuerlichen regionalen Bürgerkrieges alle Helfer den Südsudan verlassen mussten. Zum Glück stabilisierte sich die Lage nach rund drei Monaten wieder, und wir konnten weiterbauen. So ist es doch noch gelungen, die Gebäude fertigzustellen“, erklärte Kinderarzt Krösslhuber. Der engagierte Mediziner, der erst vor kurzem aus Afrika zurückkehrte, wo er sich vier Wochen lang direkt vor Ort um den Fortschritt des Projektes gekümmert hat, wird bereits Anfang 2015 wieder in den Südsudan reisen. Dort soll das Gesundheitszentrum mit den nötigen medizinischen Geräten, Verbandsmaterial und Medikamenten ausgestattet werden und dann die eigentliche medizinische Versorgung der Menschen starten. Der dafür notwendige Container war im Oktober 2014 beladen worden und ist lt. Krösslhuber am 21. Dezember in Mombasa eingetroffen. Ende Januar soll er sein Ziel in Mondikolok erreichen. „Das medizinische Material sowie die Geräte haben wir von Ärzten und Institutionen aus der Region, wie etwa dem BKH Lienz, aber auch von Einrichtungen aus ganz Österreich erhalten“, so Hans Themessl beim Pressegespräch. Über diese Hilfestellungen freuen sich Krösslhuber und Themessl sehr, schließlich könnte das Projekt ohne den Einsatz vieler Menschen nicht bestehen. „Wir sind allen Helfern und für jede Spende dankbar und hoffen, dass ‚Osttirol für Jalimo/Mondikolok’ auch weiterhin Unterstützung findet“. In den vergangenen Jahren konnten dafür insgesamt 410.000 Euro gesammelt werden. 290.000 Euro davon flossen bisher in den Bau der Gebäude, weitere rd. 40.000 Euro in diverse Komplettierungen. Die verbleibenden 80.000 Euro werden, so Dr. Krösslhuber, nach der Inbetriebnahme für den monatlichen Aufwand für Personal und Medikamente benötigt. Dieser beläuft sich pro Monat auf rund 12.000 Euro.
Zusätzlich zur Inbetriebnahme und Organisation des laufenden Betriebes hat sich der Mediziner für 2015 noch weitere Ziele gesetzt: „Neben der Installation der Geräte und der Einschulung der Schwestern werden wir versuchen, noch einige stationäre Betten zu schaffen und die Geburtenstation auszubauen“. Insbesondere der hohen Kinder- und Müttersterblichkeitsrate im Südsudan wollen die Verantwortlichen mit gezielt ausgebildetem Personal und den richtigen Medikamenten entgegenwirken. „Hebammen sind schwer zu finden, besser ist die Situation bei den Krankenschwestern. Unter Umständen werden wir versuchen, diese zu Geburtshelferinnen auszubilden“, kündigte Hans Themessl an. Im Lauf der Zeit sollen mittel- und langfristig einige weitere im Südsudan beheimatete Ärzte und medizinisches Personal angestellt werden, da „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ letztendlich, wie die Projektträger abschließend betonen, als Projekt mit Hilfe zur Selbsthilfe angelegt ist.
Zur Umsetzung des Vorhabens bitten die Verantwortlichen weiterhin um Unterstützung durch Spenden, die bei der Volksbank Osttirol-Westkärnten unter IBAN AT55 4073 0000 0001 7523, BIC OVLIAT21 erfolgen können.
Text: Jasmin Veider, Fotos: Verein Osttirol für Jalimo/Mondikolok




