Isabelle Bacher: Von der Schönheit der Arktis und vom Zauber des Nordlichts

Als Lienzerin mit norwegischen Wurzeln faszinieren Isabelle Bacher die Landschaften nördlich des Polarkreises. Ihre Fotos zeigen die Ästhetik der Arktis in allen ihren Facetten.

2013 ließ sich Isabelle Bacher für einige Zeit in der Arktis nieder, um dort als Architektin zu arbeiten. Neben dem beruflichen Aspekt ging es ihr insbesondere auch darum, in den einzigartigen Naturlandschaften Nordnorwegens die Leidenschaft für die Landschaftsfotografie auszuleben und das atemberaubende Licht des hohen Nordens mit der Linse einzufangen. Isabelle wurde 1976 in Innsbruck geboren und ist in Lienz aufgewachsen. „Mein Vater Franz Bacher ist ein gebürtiger Lienzer, meine Mutter stammt aus Norwegen. Seit meinen Kindheitstagen habe ich jeden Sommer zwei Monate in Norwegen verbracht”, blickt sie zurück. Auch nach Abschluss ihres Architekturstudiums zog es die begeisterte Fotografin nach Nordeuropa. Von 2008 bis 2010 war sie in der norwegischen Stadt Stavanger als Architektin tätig. „Danach arbeitete ich wieder in Tirol, um dann 2013 meine Zelte sprichwörtlich in der Arktis aufzuschlagen. Die Unermesslichkeit der einsamen Fjorde, die ästhetischen Gletscher, die majestätischen Berge und das atemberaubende Licht des Nordens üben auf mich eine ungeheure Faszination aus”, schwärmt sie vom Zauber der arktischen Natur.

Zu visualisieren, was Architektur und Formen seit der Eiszeit bis heute geschaffen haben, ist das Ziel der Tirolerin. „Intention meiner Arbeit ist es auch, die erstaunlichen und mächtigen Kräfte zu zeigen, die aus der Natur der Arktis hervorgehen. Natürlich steht das Licht dabei im Fokus.“ Mit ihrem Bild „Tanzende Nordlichter_monochrome” konnte sich Isabelle im Frühjahr 2018 bei den renommierten Sony World Photography Awards den Austria National Award sichern.

 

Tanzende Nordlichter_monochrome – das Siegerbild bei den Sony World Awards 2018 für Österreich

 

Die Fotografin kommt ins Schwärmen, wenn sie davon erzählt, wie dieses preisgekrönte Bild zustande kam: „Zu allen Jahreszeiten – zwischen der Mitternachtssonne und den eisigen Polarnächten –  besuchte ich den Sandstrand Bleik mit Blick auf die Insel Bleikøya in Vesterålen. In einer dunklen Vollmondnacht im Februar 2017 tanzten die Nordlichter mehrere Stunden über den Bergen und ab Mitternacht über der kleinen Insel. Aus dieser magischen Erfahrung heraus entstand dieses Bild.“ Natürlich ist das Fotografieren in der Arktis mit den tiefen Temperaturen während des ganzen Jahres eine besondere Herausforderung. „Schneestürme mit Whiteouts, dazu die Dunkelheit und gefrorene Straßen, können das Fotografieren sehr schwierig machen. Die dementsprechende Ausrüstung und Kleidung ist unter derartigen Bedingungen natürlich essenziell. Der Zauber der atemberaubenden Naturlandschaften und die Magie des Nordlichts entschädigen aber für die Strapazen, die man auf sich nimmt.”

 

 

Gut vorbereitet zu sein, sei der Schlüssel, um unter extremen Bedingungen großartige Fotos machen zu können. „So verwende ich Vaseline, um mein Gesicht und die Haut zu schützen. Auf meinen Schuhen und am Stativ befinden sich Eisspitzen. Ich packe immer zusätzliche Batterien ein und verwende häufig auch eine analoge Kamera mit Film“, informiert sie. Infolge der Auszeichnung bei den renommierten Sony World Photography Awards haben sich für Isabelle Bacher einige interessante Aspekte eröffnet. Vor Kurzen hat sie sich im Bereich „Fotografie” selbstständig gemacht. „Im Moment arbeite ich mit dem Eigenverlag von Red Bull an der Veröffentlichung eines Buches über meine Zeit in der Arktis. Das Buch wird Anfang 2019 fertig sein. Obwohl ich jetzt wieder in Innsbruck lebe und arbeite, schlägt mein Herz eigentlich nördlich des Polarkreises. Ich bin gespannt, wohin mich meine Fotoarbeit noch führen wird”, meint die Fotokünstlerin abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Isabelle Bacher, Yngvil Amundsen

25. Januar 2019 um