Big Band INTICA bringt seit 40 Jahren das Hochpustertal zum Swingen
Präsident Walter Brugger und sein Bruder Berni Brugger, der die musikalische Leitung innehat, erzählten uns von den Anfängen, der Entwicklung und der besonderen Bedeutung der Big Band INTICA für die Region.
Der Name INTICA leitet sich von einem alten Namen für Innichen ab – und genau hier begann vor vier Jahrzehnten auch die Reise der Jazzband, die heute weit über die Grenzen des Südtiroler Pustertales hinaus für ihren fesselnden und mitreißenden Musikstil bekannt ist. „Einige Mitglieder der Musikkapelle Innichen gründeten 1984 eine Band und schufen damit eine Plattform für Musiker:innen mit einer besonderen Leidenschaft für Jazz und Swing. Kapellmeister Alfred Gasser war der erste musikalische Leiter unserer Band“, erinnert sich Berni Brugger zurück, der neben Peter Paul Hofmann und Günther Pfeifhofer seit der Gründung Mitglied der Formation ist.

Am 20. Mai 1984 hatte die Big Band ihren ersten offiziellen Auftritt. „Wir spielten im Rahmen eines Muttertagskonzertes der Musikkapelle auf. Unsere Musik kam beim Publikum gut an – und das beflügelte uns“, erzählt Berni. Bald wurde neues Notenmaterial angekauft. Was heute ganz einfach im Internet heruntergeladen werden kann, war früher nur mit viel Geduld und großem Aufwand zu beschaffen. „Notenmaterial konnte man damals nur in einigen wenigen Geschäften in Deutschland kaufen. Die Quelle hielt man stets geheim, um der heimischen Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein“, schmunzelt er.
Auftritt im Jazzland in Wien am 14. November 1998
Im Jahr 1985 spielte die Big Band Innichen, wie sie damals noch hieß, bereits neun Konzerte. „Das Südtiroler Publikum stand Jazz und Swing aufgeschlossen gegenüber. Es kam zu einem regelrechten Big Band-Boom, und auch unsere Auftritte häuften sich“, weiß Walter Brugger zu berichten. Seit 35 Jahren spielt er bei INTICA das Tenorsaxofon und leitet die Big Band seit 1997 als Präsident. Heute besteht die Formation aus 18 Musikerinnen und Musikern.
Jubiläumskonzert „10 Jahre INTICA“ im Reschhaus in Innichen
Die traditionelle Besetzung einer Big Band umfasst fünf Saxofone, vier Posaunen, vier Trompeten und eine Rhythmusgruppe. Außerdem verstärkt auch ein Sänger die Gruppe INTICA. „In den 80er- und 90er-Jahren gab es hierzulande fünf bis sechs Big Bands, die regelmäßig auftraten. Heute sind mir, abgesehen von diversen Schul-Bigbands, nur noch zwei aktive Big Bands in Südtirol bekannt. Unsere Formation ist die einzige, die über vier Jahrzehnte hinweg durchgängig aufgetreten ist“, lässt Berni weiter wissen. Er spielt bei INTICA die Trompete und wirkte früher auch bei der bekannten Osttiroler Band „Beatstreet“ mit.
25 Jahre INTICA – Jubiläumskonzert am 15. November 2009 im Michael-Pacher-Haus
In den 40 Jahren ihres Bestehens hat die Big Band INTICA rund 150 Konzerte gespielt – dazu gehören zwei Auftritte im legendären „Jazzland“ in Wien. Das Repertoire von INTICA hat sich im Laufe der Jahre verändert. „Wir spielen manchmal auch Popsongs, aber grundsätzlich besteht unser Programm aus Jazz und Swing. Weil wir inzwischen hochkarätig ausgebildete Musikerinnen und Musiker in unseren Reihen haben, setzen wir verstärkt auf anspruchsvolle Musik“, erklärt Berni.
Die Big Band INTICA wirkte auch beim Projekt „Sacred Music“ im Mai 2014 in der Pfarrkirche Milland mit.
Nachdem die Mitglieder berufstätig sind und nicht nur aus Innichen, sondern auch aus der umliegenden Region und aus Osttirol kommen, ist es nicht immer einfach, regelmäßig gemeinsam zu proben. Deswegen wird versucht, die Proben auf ein Minimum zu reduzieren. „Dank der hohen Qualifikation unserer Musikerinnen und Musiker ist es möglich, dass wir uns eigenständig zu Hause auf die Auftritte vorbereiten. Wir sind jedenfalls stolz darauf, die einzige Big Band in der Region zu sein, die seit vier Jahrzehnten ohne Unterbrechung für mitreißende Rhythmen und zeitlose Musik im Pustertal und darüber hinaus sorgt“, so Präsident Walter Brugger abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: INTICA