In nur 72 Stunden zum multikulturellen Wörterbuch

Bei Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ engagieren sich auch Osttiroler Jugendliche – z. B. wird ein Wörterbuch in rund 40 Sprachen erstellt.

5 000 Jugendliche arbeiten in 400 Projekten im Rahmen der Aktion „72 Stunden ohne Kompromiss“ für den guten Zweck. Organisiert wird das Sozialprojekt von der katholischen Jugend und der youngCaritas, medial unterstützt vom Hitradio Ö3. Seit Mittwochnachmittag, 17. Oktober, nehmen sich Jugendliche aus ganz Österreich eine „Auszeit“ für die gute Sache. Und auch in Osttirol beteiligen sich zahlreiche junge Menschen an der Aktion. In den drei Gemeinden Abfaltersbach, Anras und Strassen verwandeln jungen Menschen mit viel Fleiß und zahlreichen Arbeitsstunden ein altes Vereinshaus in ein Jugendzentrum. Nach 72 Stunden soll es am Samstagnachmittag, 20. Oktober, bereits die Eröffnungsfeier geben.

v.l.n.r.: Janette Schneider, Jaafar Kahlil und Lisa Überbacher arbeiten mit Hochdruck am multikulturellen Wörterbuch, um es sicher am Samstagnachmittag fertig stellen zu können.

v.l.n.r.: Janette Schneider, Jaafar Kahlil und Lisa Überbacher arbeiten mit Hochdruck am multikulturellen Wörterbuch, um es sicher am Samstagnachmittag fertig stellen zu können.

In Lienz will die Pfarre Heilige Familie innerhalb dieser drei Tagen ein multikulturelles Wörterbuch erstellen. „Janette Schneider vom Weltbüro Lienz hatte lange schon diesen Wunsch eines Wörterbuches mit den einfachsten Redewendungen in vielen verschiedenen Sprachen, und jetzt helfen wir ihr dabei“, so Margit Stolz von der Pfarre. Einfache Begriffe wie „Grüß Gott!“, „Ich habe Hunger!“ oder „Wie geht es Dir?“ werden gemeinsam mit den Bewohnern des Asylwerber-Heimes Angerburg und Mitgliedern des Weltbüros in rund 40 verschiedene Sprachen übersetzt. Die BORG-Schülerinnen Lucia Fessler und Ramona Tschapeller sowie Tamara Stolz, Anna Plössnig, Katharina Unterweger, Nora Linder und Lisa Überbacher vom Gymnasium nehmen mit den Menschen aus den verschiedenen Herkunftsländern die Begriffe und Redewendungen in den unterschiedlichen Sprachen auf. Im Computerraum der Handelsakademie wird alles aufwändig digitalisiert, und dann kommt noch eine schwierige Aufgabe auf die Schülerinnen zu. Am Samstagnachmittag soll das fertig gedruckte multikulturelle Wörterbuch in einer Auflage von 500 Stück nämlich schon vorliegen. „Der Druck des Wörterbuches wird rund 2.000 Euro kosten, dafür müssen wir selber Sponsoren auftreiben“, berichtet Projektleiterin Margit Stolz.

Weltbüro- und Heimleiterin Janette Schneider hatte die Idee zu diesem Wörterbuch in vielen verschiedenen Sprachen.

Weltbüro- und Heimleiterin Janette Schneider hatte die Idee zu diesem Wörterbuch in vielen verschiedenen Sprachen.

Ziel des Projektes ist es, die Verständigung untereinander zu erleichtern und zu verbessern. „Schon während der Arbeit an dem Projekt können wir sagen, dass nicht nur die Kommunikation im Heim untereinander, sondern auch zu den Schülerinnen, zu uns von der Pfarre und zu den vielen anderen Beteiligten verbessert wurde“, so Margit Stolz. Und auch Janette Schneider zeigt sich vom multikulturellen Wörterbuch begeistert: „Wir versuchen durch dieses Projekt, Ängste abzubauen, die entstehen, wenn Menschen etwas nicht kennen und wenn es ihnen fremd ist. Wir hoffen, dass dies ein weiterer Mosaikstein ist, der das Verständnis untereinander und zwischen den einzelnen Kulturen zu vertiefen hilft!“

Text und Fotos: Raimund Mühlburger

18. Oktober 2012 um