Im Gedenken an die Tragödie im Juni 1945

Mit einer szenischen Lesung startete am 29.5. die Gedenkwoche aus Anlass der Ereignisse vor 70 Jahren. Heute fand am Kosakenfriedhof in Lienz eine Gedenkmesse statt.

Im Lienzer Ortsteil Peggetz liegt ein kleiner Friedhof, der 1945 angelegt wurde, und auf dessen Torbogen „Der Gerechte wird nimmermehr vergessen“ zu lesen ist. In 28 Gräbern wurden damals etwa 300 Kosaken beigesetzt – Opfer schrecklicher Ereignisse, die sich im Juni 1945 im Lienzer Talboden abspielten. 2015 jährt sich die Tragödie der Kosaken an der Drau zum 70. Mal.

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Am Freitag, 29. Mai 2015, startete die Gedenkwoche an dieses dunkle Kapitel der Geschichte mit einer szenischen Lesung „Lauf Katinka“ in Aguntum. Am Samstagvormittag, 30.5., wurde am Kosakenfriedhof in der Peggetz ein Gedenkgottesdienst zelebriert.

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Am Friedhofsgelände in der Peggetz wurde aus Anlass des Gedenkjahres auch eine neue Kapelle errichtet, die am Montag, 1. Juni 2015 – dem 70. Jahrestag der Tragödie – unter Mitwirkung von überlebenden Zeitzeugen aus aller Welt und hohen russisch-orthodoxen Würdenträgern eingeweiht werden wird. Die Realisierung des im orthodoxen Stil gehaltenen Holzbaues ist durch die Widmung eines Grundstückes der Stadt Lienz östlich des Kosakenfriedhofes, durch Spenden der Kosaken­diaspora aus aller Welt (auch aus Osttirol) sowie der Kulturabteilung des Landes Tirol möglich geworden. Bauherr ist das für die Kriegsgräberfürsorge verantwortliche Schwarze Kreuz, Landesgeschäftsstelle Tirol.

Am Mittwoch, 3. Juni, wird dann im Südbahnheizhaus in Lienz die Gedenkausstellung „Einst Flüchtling – heute Tourist. 70 Jahre Kosakentragödie in Lienz“ eröffnet werden. Interessierte können die Schau bis 15.9. besichtigen und vom 4. bis 7. Juni auch an Spezialführungen zu den Kosakenstandorten im Lienzer Talboden (u.a. mit Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler) teilnehmen.

Text: E. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

30. Mai 2015 um