Hochrangige EU-Delegation zu Gast in Osttirol

Die Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik kommen langsam in eine heiße Phase. Grund genug, Europa nach Tirol einzuladen, denn „Bilder sagen mehr als 1 000 Worte“.

Eine 25-köpfige Delegation von europäischen Parlamentsabgeordneten und Beamten aus Brüssel informierte sich vom 10. bis 13.7.2012 in Obertilliach und Hopfgarten im Defereggental über die Tiroler Berglandwirtschaft. Eingeladen dazu hatten die österreichische EU-Parlamentarierin Elisabeth Köstinger und deren Südtiroler Kollege Herbert Dorfmann. Bauernbunddirektor Dr. Peter Raggl und Hofrat DI Alois Poppeller standen den Besuchern Rede und Antwort.

„Bilder sagen mehr als 1 000 Worte“, meinten die beiden Abgeordneten im Brüsseler EU-Parlament, Elisabeth Köstinger und Herbert Dorfmann. Und so führten sie eine Delegation bestehend aus Abgeordneten aller Fraktionen und Beamten mitten ins Berggebiet Österreichs und Südtirols. Stationen waren auch das bäuerliche Hotel Gasthof Unterwöger in Obertilliach und der Bergbauernhof Ploner der Familie Grimm in Hopfgarten im Defereggen. „Wir wollten zeigen, wie die Landwirtschaft im Berggebiet funktioniert. Die Bauern hier sind innovativ und setzen auf Erwerbskombinationen und verschiedene Einkommensmöglichkeiten. Das ist Vorbild für ganz Europa“, so die beiden EU-Abgeordneten.

Begleitet wurden die Reisenden von Bauernbunddirektor Peter Raggl und Alois Poppeller, Vorstand der Abteilung Agrarwirtschaft im Land Tirol. Raggl: „Unsere Gäste waren erstaunt und begeistert über die Leistungen unserer Bergbauern. Imponiert hat den Teilnehmern die Multifunktionalität der Landwirtschaft. So etwas haben sie noch nie gesehen“. Die Delegationsteilnehmer lobten vor allem den großen Fleiß und den Idealismus der Familien. „Eine Abgeordnete aus Nordirland hat mir erklärt, dass so etwas bei ihnen undenkbar sei. Kein Mensch investiert dort derart in die Landwirtschaft, arbeitet mit so großem Aufwand und ist dabei auch noch mit Stolz Bauer“, erklärte Raggl. Umso wichtiger sei daher für die Berglandwirtschaft die Unterstützung durch die Europäische Union. „Das haben alle Teilnehmer ausnahmslos bestätigt. Sie haben gesehen, dass im Berggebiet niemand zu Weltmarktpreisen produzieren kann. Entsprechende Ausgleichszahlungen sichern die Existenz der bäuerlichen Betriebe“, so Peter Raggl weiter.

Ähnlich argumentiert HR Alois Poppeller: „Die extremen Lagen, klimatische Nachteile und gleichzeitig hohe Investitionskosten in Stallgebäude oder Bergbauernspezialmaschinen sind eine Besonderheit in ganz Europa. Die flächendeckende Landwirtschaft kann nur mit einem entsprechenden Ausgleich und Investitionsförderungen abgesichert werden. Für das Berggebiet sind aber auch die Umweltleistungen wesentlich“. Poppeller stellte anhand von Beispielen aus ganz Tirol die Situation der Bergbauern dar.

Neben den kulinarischen und gastlichen Höhepunkten bei der Familie Unterwöger in Obertilliach beeindruckte vor allem der Plonerhof der Familie Anna und Andreas Grimm in Hopfgarten im Defereggental. Am extrem gelegenen Bergbauernhof werden 33 Stück Vieh gehalten und 16 Hektar bewirtschaftet. Vor allem die Vermietung über Urlaub am Bauernhof und die Tätigkeit beim Maschinenring sichern die Existenz des Hofes ab.

Text: Redaktion, Foto: Tiroler Bauernbund

13. Juli 2012 um