Hochgebirgs-JgB 24: Gegen das Vergessen!
Alljährlich erinnert das Hochgebirgs-JgB 24 in der Haspingerkaserne in Lienz an die Ereignisse im Ersten Weltkrieg rund um den umkämpften Berg Col di Lana in den Dolomiten.
Zwischen 1915 und 1917 kämpften tausende österreichisch-ungarische und italienische Soldaten in den Dolomiten sprichwörtlich um jeden Zentimeter. Dabei gruben und sprengten sie kilometerlange Stollen in die Berge, bauten viele Stellungen und lieferten sich unzählige Gefechte. Der Jahre währende grausame Stellungskrieg war für alle Beteiligten zermürbend und endete für tausende Menschen tödlich, wobei viele Soldaten auch an Hunger, Kälte oder durch Lawinen starben. Besonders heiß umkämpft war der Gipfel des Col di Lana in der Fanesgruppe der Dolomiten, den zuerst das Deutsche Alpenkorps und später österreichische Kaiserjäger besetzt hielten. Italienische Infanterie- und Alpini-Kompanien unternahmen 1915/1916 immer wieder verlustreiche Versuche, den Berg zu stürmen. Rd. 6.000 Italiener und 2.000 Österreicher ließen hier ihr Leben. Der als Pionier eingesetzte italienische Leutnant Caetani entwarf schließlich den Plan für eine Unterminierung des Berges. Als die Österreicher Anfang 1916 erkannten, was die Italiener vorhatten, begannen sie, einen Gegenstollen anzulegen und sprengten diesen. Die Gegenmine war allerdings zu weit entfernt vom italienischen Sprengstollen. Dieser wurde mit 5 Tonnen Sprengstoff beladen. In der Nacht vom 16. auf 17. April 1916 wurde die 5. Kompanie des 2. Regiments der Tiroler Kaiserjäger durch die 6. Kompanie unter Oberleutnant Anton von Tschurtschenthaler abgelöst. Ihren Höhepunkt fanden die Kämpfe in der folgenden Nacht, als der Gipfel gegen Mitternacht gesprengt wurde. Allein bei dieser Sprengung kamen 245 Soldaten der K.u.k. Armee ums Leben. Heute befindet sich auf dem Gipfel des Col di Lana u.a. auch eine Kapelle als Mahnmal gegen den Krieg und im Gedenken an die gefallenen Soldaten beider Seiten.
Der Erinnerung an das Geschehen vor 99 Jahren und den vielen Gefallenen gilt auch der Traditionsgedenktag des Hochgebirgs-Jägerbataillons 24, der heuer am Freitag, 17. April 2015, stattfindet. Um 11.00 Uhr beginnt am Sportplatz bei der Haspingerkaserne in Lienz der Festakt, musikalisch umrahmt von der Militärmusik Tirol. Als militärisch Höchstanwesender wird der Kommandant der 6. Jägerbrigade, Brigadier Mag. Peter Grünwald, erwartet.
Die Festrede am Traditionsgedenktag des Hochgebirgs-Jägerbataillons 24 wird in diesem Jahr der Historiker Dr. Martin Kofler, Leiter des TAP Lienz-Bruneck, halten.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Journal, Martin Lugger

