Herz Jesu-Brauchtum in Kartitsch: Berge in Flammen

Im Gedenken an das Herz Jesu-Gelöbnis von 1796 werden am 13.6. wieder ca. 90 Freiwillige die Berge rund um Kartitsch erklimmen, um die traditionellen Bergfeuer erstrahlen zu lassen.

„Wir sind ein Team von rund 90 jung und jung gebliebenen Personen, die, aufgeteilt auf mehrere Gruppen, schon seit Jahrzehnten Bergfeuer ´errichten´. Seit etwa 10 Jahren sprechen wir uns ab. Unser aller Ziel ist es, die Tradition der Bergfeuer rund um das Herz Jesu-Fest hoch zu halten“, berichtet der  Sprecher des Kartitscher Organisationskomitees, Bernhard Kofler. „Dafür werden wir auch morgen, 13. Juni, auf die Berghänge und -gipfel rund um unser Heimatdorf wandern. Von jungen Mädels und aktiven Jungs ab 8-10 Jahren bis hin zu Damen und Herren reiferen Datums (77 und 78 Jahre) sind auch heuer wieder alle Altersgruppen vertreten.“

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An den schon lange vorher beginnenden Vorbereitungen für das beeindruckende Spektakel beteiligten sich viele weitere Freiwillige aus der Region. „Vor rund zwei Monaten haben wir mit den Planungen, der Auswahl der Motive, mit der Produktion der Wachskerzen und Beschaffung der Brennmittel begonnen“, schildert der OK-Chef die sich über mehrere Wochen hinziehende Arbeit, die die Basis dafür ist, dass am 13. Juni ca. 3.000 Einzelfeuer wieder die Berge rund um Kartitsch erstrahlen lassen. Die Motive der Feuer, ob Zeichen der Heimatverbundenheit oder christliches Symbol, wählten nach Angaben Bernhard Koflers die einzelnen Gruppen selbst aus. Als Behälter für die Brennmittel dienen normale Blechdosen. Allein das Herstellen der eigens für diesen Zweck gefertigten tausenden „Spezialkerzen“ bedurfte eines enormen Aufwandes. Aus Stoffresten wurden per Hand spezielle Dochte gedreht, die man, stabilisiert mit Holzspänen, in den Blechdosen platzierte. Zuletzt wurden die Dosen mit flüssigem Wachs aufgefüllt.

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Ab Mitte Mai starteten dann die eigentlichen Arbeiten in den Bergen. Bernhard Kofler dazu: „Wir haben Schritt für Schritt weiteres Brennmaterial in die Höhe transportiert bzw. die jeweiligen Motive vor Ort mit Holzpflöcken und rotweißen bzw. gelben Bändchen vorgezeichnet. Die Teams am Berg wurden dabei von einem unserer Leute vom Tal aus per Funk und mittels Fernglas angewiesen.“

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Die einzelnen Feuerstellen liegen, so der Kartitscher weiter, letztendlich in einem Abstand von rund einem bis maximal zwei Metern, je nach Geländeneigung. Mit 2.689 m bildet der Kinigat die höchste Erhebung, die von den „Feuermachern“ erklommen wird. Andere Gruppen werden den Karnischen Kamm nachzeichnen, und wieder andere haben sich beispielweise für die Wiesen von Obstans als Zielort entschieden. Angezündet werden die Einzelfeuer am Samstagabend alle gleichzeitig gegen 21.00 Uhr. „Es braucht etwa 20 bis 30 Minuten, bis alle Feuer brennen und die einzelnen Motive endgültig ausgeleuchtet und vom Tal aus zu bewundern sind.“ Während sich die fleißigen Beleuchter ins Tal aufmachen werden, um dort am Dorfplatz das Ergebnis der Arbeit zu genießen und gemeinsam zu feiern, werden es sich auch viele Hausbesitzer in Kartitsch nicht nehmen lassen, das festliche Bild mit leuchtenden Fensterbildern und Ähnlichem zu ergänzen.

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So soll schließlich der ganze Ort in einem wunderbaren Lichtermeer erstrahlen.

„Manche Zeichen sollten bis spät in die Nacht hinein brennen“, sagt Bernhard, für den der Tag vor dem Herz Jesu-Sonntag ein ganz besonderer Termin im Jahresverlauf ist. „Diese Tradition ist wichtig für ganz Kartitsch!“ Dies bestätigen auch seine Kollegen Josef Außerlechner, Andreas Bodner und Hans Herrnegger. Während Bodner als Betreuer der Jungschützer seit einigen Jahren Mitglied des Teams ist und vor ihm schon sein Vater daran teilnahm, blickt Herrnegger schon auf eine mehr als 30-jährige Mitarbeit am Herz Jesu-Brauchtum zurück. Auch Josef Außerlechner wurde schon als Kind, mit etwa 7 Jahren, in die Tradition miteinbezogen und ist seitdem dabei geblieben. Unisono bestätigen alle abschließend: „Wir erleben in diesen Tagen eine intensive Gemeinschaft und beteiligen uns jedes Jahr aufs Neue gerne und mit viel Überzeugung. Neben den religiösen Aspekten stehen für uns die Verbundenheit und der Zusammenhalt im Dorf im Vordergrund!“

Text: E./J. Hilgartner, Fotos: Brunner Images/privat

12. Juni 2015 um