Heissel: „Am Felbertauern erwartet uns Megaarbeit“
Nach dem Felssturz am Felbertauern muss man sich auf eine längere Sperre der Straße einstellen – wir sprachen mit dem Landesgeologen Dr. Gunther Heissel. 
Landesgeologe Dr. Gunther Heissel befand sich am Vormittag des Mittwoch, 15. Mai, wieder in Osttirol. Wir sprachen mit ihm darüber, wie er die Lage nach dem Felssturz, der in der Nacht auf Dienstag die Schildalmgalerie auf der Felbertauernstraße zerstörte, einschätzt.
Herr Dr. Heissel, wie beurteilen Sie die Situation am Tag nach dem massiven Felssturz am Felbertauern?
Heissel: Die Situation ist auf alle Fälle sehr schwierig. Es erwartet uns am Felbertauern eine ‚Megaarbeit‘.
Kann derzeit schon am betreffenden Hang gearbeitet werden?
Heissel: Es wurde gestern schon mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Eine Spezialfirma beginnt heute mit den Vorbereitungsarbeiten für die Sprengungen.
Wann können Sprengungen erfolgen?
Heissel: Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Es müssen auch Bohrungen durchgeführt werden. Erst danach kann man vielleicht abschätzen, ob überhaupt und wann man sprengen kann.
Wie muss man sich die Sicherungs- und Abräumungsarbeiten vorstellen?
Heissel: Es muss oben die Abbruchstelle gesichert und abgeräumt werden, dann auch die Sturzbahn und der Bereich der eingestürzten Galerie. Da müssen wir uns auf umfangreiche Arbeiten einstellen.
Kann man schon abschätzen, wie lang die Sperre der Straße dauern wird?
Heissel: Wir müssen uns sicher auf größere Zeiträume einstellen.
Wie schätzen Sie die Gefahrensituation allgemein ein?
Heissel: Das Problem ist das Wasser. Wenn es – wie vorausgesagt – morgen zu regnen beginnt, wird es natürlich noch schwieriger.
Geht von oberhalb der Abbruchstelle auch Gefahr aus?
Heissel: Aktuell kann man weiter oben nichts Akutes sehen. Aber wie überall in den Bergen kann es natürlich auch dort vor allem bei Niederschlagsereignissen immer wieder zu Erd- und Felsbewegungen kommen.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Brunner Images, L. Sulzenbacher und Video: Brunner Images