Heinfels/Salzburg: Peter Peinstingl und der Klang von St. Peter
Seit dem Jahr 2016 ist Peter Peinstingl, der in der Osttiroler Gemeinde Heinfels aufgewachsen ist, Stiftskapellmeister und Stiftsorganist der Erzabtei St. Peter in Salzburg.
Seit seiner Kindheit hat die Musik eine herausragende Bedeutung im Leben von Peter Peinstingl, der in Innsbruck geboren wurde und in dHeinfels aufgewachsen ist. Nach der Matura am BORG Lienz studierte er Dirigieren, Orgel und Kirchenmusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz. Auslandsstudien führten ihn unter anderem zu Paul Nadler nach New York, der zu einem seiner wichtigsten Lehrer werden sollte. Die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt beeinflusste ihn maßgeblich in seinem Verständnis für Musik.
Seit 2016 ist Peter Peinstingl als Stiftskapellmeister und Stiftsorganist für alle musikalischen Belange der Erzabtei St. Peter in Salzburg verantwortlich. Das Stift wurde im Jahre 696 vom Hl. Rupert gegründet. Es handelt sich um das älteste durchgehend bestehende Kloster nördlich der Alpen.
Die Erzabtei St. Peter war von Beginn an auch ein bedeutendes kulturelles Zentrum und spielte eine wesentliche Rolle bei der Christianisierung der Region. „Hier spiegelt sich auch eine rund 1.000-jährige Musikgeschichte wider. Diese Tradition weiterzuführen und für Gegenwart und Zukunft weiterzuentwickeln, gehört zu meinen Aufgaben. Meine große Leidenschaft gilt der Kirchenmusik, und deswegen ist die Funktion des Stiftskapellmeisters für mich der absolute Traumjob“, betont der 35-Jährige, der in St. Peter nicht nur arbeitet, sondern auch lebt. Der Bezirk ist Teil des Dombezirkes der Mozartstadt.

Peter Peinstingl ist Mitglied des Musikbeirates im DomQuartier Salzburg und künstlerischer Leiter der Johann-Michael-Haydn-Gesellschaft Salzburg. Michael Haydn war der jüngere Bruder des berühmten Komponisten Joseph Haydn. Er war von 1763 bis zu seinem Tod im Jahr 1806 Hofmusiker und Hofkapellmeister in Salzburg.
„In dieser Position komponierte er zahlreiche Messen, Vespern, Motetten und andere liturgische Werke für den Gebrauch in der Salzburger Erzdiözese bzw. in der Erzabtei St. Peter. Auch Mozart komponierte einige Werke für St. Peter, wie z.B. die Dominikusmesse, die er für die Primiz von Dominikus Hagenauer im Jahre 1769 schrieb“, so Peinstingl, der betont, dass „in unserer Klosterkirche ein vielfältiges Programm, von der Gregorianik bis zur Gegenwart, abgebildet wird. Nachdem die Erzabtei keine pfarrliche Struktur aufweist, steht das benediktinische Leben in Kombination mit einem hohen künstlerischen Anspruch an Liturgie und Musik im Zentrum. Besonders an Feiertagen bietet das Stift ein dichtes musikalisches und liturgisches Programm. Während der Festspielzeit zieht St. Peter viele Gäste an, die ihren Aufenthalt in Salzburg auch nutzen, um das Stift zu besuchen. Heuer setzen wir erstmalig mit einer Predigtreihe an den Festspielsonntagen im Sommer einen neuen spirituellen Akzent im Festspieltrubel – und viele Besucher kommen natürlich auch wegen der Musik.“

Als Gewinner namhafter Wettbewerbe pflegt Peter Peinstingl eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland – sowohl als Dirigent, als auch als Solist und Ensemblepartner. Zahlreiche Tonaufnahmen sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen auf nationaler und internationaler Ebene runden sein künstlerisches Schaffen ab.
Im Jahr 2022 gründete Peter Peinstingl mit renommierten Musikerinnen und Musikern das Ensemble Péridot Salzburg, das im kommenden Sommer mit dem Programm „Mozart in Prag“ bei den Tiroler Festspielen in Erl zu hören sein wird. Der Stiftskapellmeister wird von verschiedenen Ensembles unterstützt, um ein reichhaltiges und anspruchsvolles Repertoire in der Erzabtei St. Peter anbieten zu können. „Ich bin in der glücklichen Lage, jederzeit auf einen ambitionierten Stiftschor sowie auf herausragende Vokalensembles und Orchester sowie u.a. das Mozarteum-Orchester und die Camerata Salzburg zählen zu können“, betont er.
„Musik hat die Kraft, Menschen zu verbinden und tiefe spirituelle Erlebnisse zu ermöglichen,“ meint der 35-Jährige abschließend und streicht heraus, dass er auch das Leben in St. Peter und die Zusammenarbeit mit den 24 Benediktinermönchen schätzt. „St. Peter ist für mich mit seiner dörflichen und in sich abgeschlossenen Struktur ein Ruhepol mitten im Zentrum der Stadt Salzburg. Mit den Benediktermönchen pflege ich eine fruchtbringende Zusammenarbeit, und zu einigen hat sich sogar eine tiefere Freundschaft entwickelt. Ich schätze es sehr, in diesem Bezirk zu wohnen und durch meine Beiträge das musikalische und kulturelle Leben sowie die Liturgie aktiv mitgestalten zu dürfen.“

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Bernau Photography