Kees in Venedigergruppe verlor 3,7 Mio. m³ Masse

Die zusammenhängenden Gletscher Mullwitz-  und Zettalunitzkees in Prägraten a. Gr. werden von der Uni Innsbruck genauer untersucht – massiver Eismasseverlust seit Jahren. 3,7 Millionen Kubikmeter Eis rannen im Massenhaushaltsjahr 2011/2012 sprichwörtlich den Bach hinunter – und das nur am Äußeren Mullwitzkees und am Zettalunitzkees. Das Mullwitzkees befindet sich in der Venedigergruppe in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern im Gemeindegebiet von Prägraten. Das Zettalunitzkees, die Zunge des Gletschers, ist nach Südwesten ausgerichtet und reicht bis auf 2 690 Meter Seehöhe ins Tal. Seit 2006 untersucht die Universität Innsbruck für die Nationalparkverwaltung und den Hydrographischen Dienst des Landes Tirol diese zusammenhängenden Gletscher genauer. Dabei wird nicht nur – wie herkömmlich – der Rückgang der Gletscherzunge untersucht, sondern insbesondere der Verlust an Eismasse des gesamten Gletschers. Im Massenhaushaltsjahr 2011/2012 haben Mullwitz- und Zettalunitzkees laut diesen Untersuchungen ca. 3,7 Mio. Kubikmeter an Eis verloren, ähnlich stark war der Eisverlust 2010/2011 mit 3,8 Mio. Kubikmeter. Mag. Martin Stocker-Waldhuber von der Uni Innsbruck sieht die Ursachen für den starken Massenverlust in den fehlenden Neuschneezuwächsen aufgrund des warmen Sommers 2012. Am wenigsten Rückgang gab es bei den untersuchten Gletschern 2007/2008 mit 2 Mio. m³, „Spitzenreiter“ war das Massenhaushaltsjahr 2006/2007 mit knapp 4,5 Mio. Kubikmeter Volumensverlust.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: NPHT/IMGI

01. August 2013 um