Gewalt gegen Frauen: „Schweigenbrechen“ an der Tiroler Fachberufsschule Lienz
Rund 60 SchülerInnen beschäftigten sich in Zusammenarbeit mit dem Frauenzentrum Lienz, Mannsbilder Lienz und dem Verein Taekwondo Debant mit dem Themenfeld Gewalt.
Fünf Femizide (Gewaltverbrechen an Frauen mit Todesfolge) wurden allein am letzten Februarwochenende in Wien begangen. Dass Gewalt auch in Osttirol ein Thema ist, bewies eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern der Tiroler Fachberufsschule Lienz. Fast jede 3. Schülerin war bereits von Gewalt betroffen – nicht nur körperliche, sondern auch verbale, psychische Gewalt oder Mobbing via Handy sind ein Thema.

Diese schockierenden Zahlen veranlasste die Projektgruppe „Schweigenbrechen“, am 26. Feber einen Vormittag für Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zum Themenfeld „Gegen Gewalt – für Gerechtigkeit“ zu organisieren. Knapp 60 Schülerinnen und Schüler aus den verschiedensten Sparten wurden in die Workshops eingebunden. Die Projektgruppe arbeitete mit den Institutionen Frauenzentrum Lienz und Mannsbilder Lienz sowie mit Franz Bacher vom Verein Taekwondo Debant zusammen.

Die Workshopinhalte wurden für weibliche und männliche Lehrlinge getrennt gestaltet. So zeigte die Frauen- und Mädchenberatung Lienz den Schülerinnen eindringlich auf, welche Formen von Gewalt es gibt und wie man sich davor schützen kann bzw. wo man als Betroffene Hilfe findet.
Im Selbstverteidigungskurs gab Franz Bacher praktische Einblicke, wie sich die Schülerinnen der Tiroler Fachberufsschule Lienz im Falle eines Angriffes wehren können. Schon kleine Handgriffe können Angreifer abwehren. Ein Workshop der Männerberatung „Mannsbilder“ rundete den Vormittag für die männlichen Schüler ab. Themen rund um das „Mannsein“ wurden besprochen und erarbeitet.
Text: Redaktion, Fotos: Franz Bacher