Gedenkstätte 1915-2015 am Großen Kinigat eingeweiht

Die Gedenkstätte in Kartitsch soll an die Opfer des Gebirgskrieges erinnern – am Sonntag, 30. August, wurde sie im Rahmen der traditionellen Bergmesse eingeweiht.

Die Schützenkompanie Kartitsch hat sich zum Gedenkjahr 1915-2015 zur großen Aufgabe gemacht, an der historischen Frontlinie im Bereich der Großen Kinigat etwas Bleibendes zu errichten. Zahlreiche Sitzungen folgten, und schließlich wurde entschieden, am Standplatz der im I. Weltkrieg errichteten „Villa Irma“ (ehemaliger Unterstand) eine Gedenkstätte im Andenken an die vielen Gefallenen und Verwundeten zu errichten. Im Herbst 2014 wurde mit dem Bau der Gedenkstätte begonnen, vor kurzem konnte sie fertiggestellt werden. Eine Tafel erinnert an die schrecklichen Ereignisse während des Gebirgskrieges.

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Über 800 Wanderer und Bergsteiger stiegen am Sonntag, 30. August, bis zum Kinigat-Plateau auf 2.600 Metern Seehöhe auf, um mit dem Innsbrucker Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Missionar DDDr. Leonhard Kofler und Monsignore Sandro Capraro (ehem. Militärpfarrer aus Italien) Gottesdienst zu feiern. Manfred Scheuer erinnerte in seiner Predigt an die Intoleranz während der Zeit des I. Weltkrieges, von der so viel Übel im 20. Jahrhundert ausgegangen ist. In Anbetracht der heutigen politischen Situation mit vielen Kriegen – zum Beispiel in Syrien – komme Europa eine wichtige Rolle zu, den erreichten Frieden zu festigen. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von der Bundesmusikkapelle Kartitsch und dem Chor „Brigita Cadore“ aus Comelico.

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Nach dem Gottesdienst erinnerten der Kartitscher Bürgermeister Josef Außerlechner und sein Amtskollege aus Comelico Superiore – Marco Staunovo Polacco – an das Leid der vielen Gefallenen und Verwundeten auf italienischer und österreichischer Seite der Front. „Zu Hause waren die Mütter und Kinder mit der Arbeit und der Sorge um ihre Lieben – allein gelassen und gezwungen, ihren schweren Alltag unter widrigsten Umständen zu bewältigen“, so Josef Außerlechner. Zur Erinnerung an die Opfer und an die schrecklichen Ereignisse wurden Holzkreuze mit der Aufschrift „1915-2015″ an alle TeilnehmerInnen verteilt.

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„Nie wieder Krieg“ steht auf der Erinnerungstafel am Europakreuz auf der Kinigat, und so hat sich die ehemalige Feindschaft in Freundschaft gewandelt. Das zeigte sich auch bei der Agape im Anschluss an die Segnung der Gedenkstätte. Die Alpini aus Comelico verpflegten die Messbesucher mit Pasta Asciutta, und die Kartitscher Schützen sorgten für die Getränke.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Gemeinde Kartitsch

01. September 2015 um