Ganz Sillian war am Dienstag im „Rante Putante“-Fieber
Nirgends im Bezirk gab es einen derart großen Faschingsumzug wie in Sillian. Damit bewiesen die Oberländer Narren einmal mehr, dass Sillian die „Narrenhochburg“ Osttirols ist.
An die 40 Gruppen und Wägen zogen am Faschingsdienstag durch das Ortszentrum von Sillian bis zum Marktplatz. Tausende Zuschauer und Faschingsnarren wollten sehen, was sich die Narrengilde Sillian und verschiedene Vereine und Einzelakteure zum Höhepunkt des Faschings einfallen hatten lassen. Faschings- und Fasnachts-Stimmung machten in der Oberländer Marktgemeinde das Prinzenpaar und die Kindergarde ebenso wie die „Mühlauer Muller“ aus Innsbruck, die „Silganer Zwergilan“ und Hubert von Goisern mit Band. „Endlose Unterstützung für Griechenland“ versprachen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy. Wenn es nach der Einschätzung der Narren geht, brauchen derartige Unterstützung die Gailtaler Gemeinden nicht. „Erst wenn Kartitsch gar nichts mehr hat, verkaufen sie die Kinigat“, prangte es von einem der Wägen.
Gedanken über die Weiterentwicklung von Sillian machten sich andere: „Wos moch ma? Schwimmbod oder Blumenwiese … oder muss die TIGEWOSI her?“ Dafür hatten die Sillianer Narren bereits Antworten, wenn es Vorhaben in der Bezirkshauptstadt Lienz betrifft: „Wir misten die Stodtna Mühle aus … und mochen endlich is M99 draus.“
Ein traditionell wichtiges Thema bei den Faschingssitzungen und auch beim Umzug ist die Oberländer Gastronomie. „Unsere kleine Kneipe an der B 100“ und das „fahr-bar Ruflokal“ der Heimatbühne Strassen mit dem Werbeslogan „Wir fahren bis in Ihre Küche“ fuhren am Faschingsdienstag unter Anfeuerung der vielen Zuschauer durch den Ort. Auch die „Wiedergeburt der Sillianer Beize“ wurde ausgerufen.
Die traditionelle Hexenverbrennung im Anschluss an den Umzug leitete das Ende des Faschingsgeschehens in Sillian ein.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images
