Gaimberg: Sterbebilder als Zeichen der Erinnerung
Ortschronist Franz Wibmer und der Ausschuss für Familie, Soziales und Kultur organisierten im Gemeindesaal von Gaimberg eine Sterbebilder-Ausstellung.
An Allerheiligen und Allerseelen rücken Gedanken an den Tod und die Erinnerung an jene, die uns vorausgegangen sind, bei vielen Menschen in der Vordergrund. Ein sichtbares Zeichen der Erinnerung sind Sterbebilder, die in ihrer Entstehung auf die „Totenzettel“ des 17. Jahrhunderts zurückgehen. Diese waren einfache oder gefaltete Zettel, die vor oder im Rahmen der Totenmesse verteilt wurden. Mit den Sterbebildern wurden Verwandte, Freunde und Bekannte sowie die Öffentlichkeit vom Ableben eines Menschen informiert und oft auch um das Gebet für den Dahingegangenen gebeten. Im 18. und 19. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch über das gesamte katholische Europa, wobei die „Sterbebilder“ im Laufe der Zeit, v.a. auch im 20. Jahrhundert, großen gestalterischen und inhaltlichen Veränderungen unterworfen waren. Diese sind im Konnex zum gesellschaftlichen Wandel und zu den beiden Weltkriegen zu sehen. Heute dienen die Sterbebilder aus früheren Zeiten der historischen Forschung bzw. der privaten Ahnensuche.
Im Gemeindesaal von Gaimberg wurden am 1. und 2.11. viele Sterbebilder, vor allem von Verstorbenen aus Gaimberg und den Nachbargemeinden, aus der näheren und ferneren Vergangenheit gezeigt. Das älteste Original, 151 Jahre alt, wurde in Brixen/Südtirol gedruckt. Ein kleiner Teil der sehenswerten Ausstellung, für die der engagierte Ortschronist von Gaimberg, Franz Wibmer, und der örtliche Ausschuss für Familie, Soziales und Kultur verantwortlich zeichneten, war den Opfern des Ersten Weltkrieges gewidmet.
Für Osttirol heute besuchte Philipp Brunner die Sterbebilder-Ausstellung im Gemeindesaal von Gaimberg. Hier seine Bilder zum Durchklicken!
Text: J. Hilgartner, Fotos: Brunner Images

