Frauenzentrum Osttirol: 40 Jahre Engagement für Mädchen und Frauen
Unverzichtbare Beratungs- und Bildungsarbeit für Mädchen und Frauen in der Region leistet das Frauenzentrum Osttirol. Im Beisein von Soziallandesrätin Eva Pawlata wurde am Freitag, 24. April, im Bildungshaus Osttirol das 40-Jahr-Jubiläum gefeiert.
Vor 40 Jahren wurde von engagierten Frauen rund um Irene Gomig in Osttirol „Frauen helfen Frauen“ als Zweigverein des gleichnamigen Tiroler Vereins gegründet. 1996 hat sich der Verein in Osttirol selbstständig gemacht, 2004 erfolgte die Umbenennung auf „Frauenzentrum Osttirol“ und die Übersiedlung in die Schweizergasse. Erste Angestellte war Diplom-Sozialarbeiterin Brigitte Schieder.
„Die Geschichte des Frauenzentrums ist eng verbunden mit dem, was Frauen und Mädchen bis heute erleben – Ungleichheit, Gewalt, Grenzüberschreitungen, aber auch Stärke, Widerstand und Solidarität. Es braucht auch heute noch Mut, bei uns vorzusprechen und eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist uns, dass das Schweigen gebrochen wird“, erklärte Brigitte Schieder.
Das „Frauenzentrum Osttirol“ begleitet Frauen und Mädchen in persönlichen Krisen, unterstützt sie bei rechtlichen und sozialen Fragen und stärkt sie in ihrer individuellen Lebensgestaltung. „Themen wie Gleichstellung, Selbstbestimmung, Gewaltschutz und soziale Teilhabe standen dabei stets im Mittelpunkt. Wir haben unser Angebot ständig weiterentwickelt und das Team erweitert“, so Schieder.
„Gewalt ist tief verankert in unserer Gesellschaft – vor allem Gewalt gegen Frauen. Das hat viel mit Macht zu tun und mit Nichtgleichstellung. Opferschutzstellen setzen sich für Gleichstellung ein. Auch das Frauenzentrum Osttirol trägt mit seinen Beratungen dazu bei, dass Frauen und Mädchen, aber auch die Gesellschaft insgesamt, gerechter und freier wird. Wir kämpfen damit auch gemeinsam gegen bestehende gesellschaftliche Strukturen. Trotz großer Herausforderungen und Probleme in der täglichen Arbeit dürfen wir uns auch über so manche Erfolgsgeschichte freuen“, betonte Soziallandesrätin Eva Pawlata.
Mag. Veronika Steger vom Verein „Frauen im Brennpunkt“ erklärte anschließend die Inhalte der interaktiven Ausstellung „Weil’s wahr is“, die sich mit der Frage „Wie ist es, in Tirol eine Frau zu sein?“ auseinandersetzt. Sechs beidseitig bespannte Aufsteller übersiedeln nach der Feier vom Bildungshaus in das Bundesschulzentrum Lienz (HAK/HLW/HLPS), wo sie von 27. April bis 29. Mai zu sehen sind.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger


