„Frag den LH”: Schüler der PHTL Lienz zu Gast im Innsbrucker Landhaus

Kurz vor dem Start der Sommerferien hatte die Klasse 4bHME der PHTL Lienz noch die besondere Gelegenheit, Landeshauptmann Anton Mattle im Landhaus zu treffen.

Die Schüler hatten sich im Vorfeld bereits für das Treffen vorbereitet: Speziell für die Fragestunde ließen sie T-Shirts mit der Aufschrift „PHTL Lienz meets Landeshauptmann“ anfertigen. Von Angeboten rund um die Berufsorientierung, den Umgang mit dem Wolf bis hin zur demokratischen Lage in Europa – die jungen Burschen interessierten sich für ein breites Themenfeld und stellten dem Landeshauptmann ihre breitgefächerten Fragen.

Berufsausbildung, Arbeitssuche und Arbeitseinstieg

In Vertretung ihrer Mitschüler richteten Martin Libiseller und Leo Ortner die im Unterricht ausgearbeiteten Fragen an den Landeshauptmann. Sie wollten in erster Linie wissen, inwiefern das Land Tirol Jugendliche bei der Ausbildung, der Arbeitssuche und beim Arbeitseinstieg unterstützt. Mattle berichtete beim Thema Berufswahl von einigen Initiativen: „Das Land unterstützt Schulen, im Bereich der Berufsorientierung noch aktiver zu werden. Schulen, die sich in diesem Feld besonders bemühen, zertifiziert das Land eigens mit dem Gütesiegel ‚Berufsorientierung Plus‘. Parallel dazu gibt es andere Tools wie den Interessencheck oder die digitale Bildungsplattform DiBi, die man unkompliziert online abrufen kann.“ Letztendlich müsse man sich aber auch vor Ort ein Bild machen, ist Mattle überzeugt: „Auf praktischer Ebene können Schüler bei Schnuppertagen die unterschiedlichsten Betriebe besuchen und so Einblicke in das breite berufliche Spektrum erlangen.“

 

 

Der Umgang mit dem Wolf

Mit dem nächsten Themenbereich zielten Martin und Leo auf die ländlichen Gebiete Tirols ab. „Was unternimmt das Land Tirol, um mit Beutegreifern wie dem Wolf umzugehen?“, zeigten die Schüler Interesse am Vorgehen seitens der Behörden. Das Land Tirol hat vor eineinhalb Jahren das Jagdgesetz novelliert, um die Entnahme von Problem- und Risikowölfen zu ermöglichen, wie der Landeshauptmann informierte: „Sobald ein Wolf Schaden anrichtet oder zum Risikotier wird, besteht die Möglichkeit, ihn im Zuge einer Verordnung zu entnehmen. Wir sind dankbar, dass sich die Jägerschaft dieses Themas angenommen hat und uns dabei unterstützt. Es war notwendig, einen klaren rechtlichen Rahmen zu schaffen.“

Die demokratische Lage in Österreich

Abschließend richteten die Schüler ihren Blick über die Landesgrenzen hinaus und fragten nach Mattles persönlichem Eindruck von der demokratischen Lage in Österreich und Europa. Der Landeshauptmann gab Einblicke in sein Politikverständnis und plädierte für eine starke Demokratie: „Wenn man Mitteleuropa und Österreich betrachtet, stellen wir gleich fest: Wir befinden uns in einer äußerst glücklichen Situation, weil wir in einer liberalen Demokratie leben. Demokratie bedeutet nicht nur Gewaltenteilung, also die Trennung von Legislative, Exekutive und einer unabhängigen Gerichtsbarkeit, sondern braucht auch Medienfreiheit, Meinungsfreiheit und eine Opposition, die frei arbeiten kann. Wenn wir den Blick auf andere Länder richten, wird uns gleich auffallen, dass es solche Freiheiten nicht überall gibt.“

 

Auch für Selfies mit dem Landeshauptmann blieb im Anschluss an das Gespräch noch Zeit.

 

Ein Herzensanliegen wollte der Landeshauptmann den Schülern noch mitgeben: „Man muss schon achtgeben, dass diese großen Freiheiten, die uns die Demokratie schenkt, nicht dazu verwendet werden, um die Demokratie selbst auszuhebeln. Deshalb immer mein Appell an die jungen Menschen: Macht vom Wahlrecht Gebrauch, setzt euch für diese Freiheiten ein und verteidigt in Diskussionen unsere demokratischen Werte.“ Demokratie sei heutzutage nämlich „ein Stück weit zu selbstverständlich geworden“.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: Land Tirol/Die Fotografen

05. Juli 2024 um