Bruneck: Erinnerungen an einen Filmemacher
Das Stadttheater Bruneck veranstaltet von 1. bis 4. Oktober eine Retrospektive des Filmregisseurs und Dokumentarfilmers Ivo Barnabò Micheli, der vor 10 Jahren starb.
Ivo Barnabò Micheli (1942-2005) war der erste Filmemacher aus Bruneck und einer der wenigen Regisseure Südtirols, die in Italien und im deutschsprachigen Ausland arbeiteten. In den Jahren von 1968 bis 2001 realisierte der Pustertaler rund 30 dokumentarisch angelegte Produktionen für die staatlichen TV-Programme der RAI, den Kölner WDR und den Sender Bozen. Mehrere von Michelis Arbeiten wurden auf den renommierten Filmfestivals von Venedig und Berlin gezeigt; mit seinem Film über Pier Paolo Pasolini, für den er engste Weggefährten des Ermordeten interviewte, gewann er Mitte der 1980er-Jahre das Dokumentarfilmfestival von Bilbao und wurde in Deutschland mit dem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet.
Micheli, der viele Jahre in Rom arbeitete, wirkte in den späten 1960er-Jahren für junge Brunecker Kulturinteressierte, wie den späteren Filmproduzenten Karl Baumgartner und den früh verstorbenen (1984 von Micheli porträtierten) Schriftsteller Norbert C. Kaser, als Brückenbauer zur europäischen
Kulturszene. Anlässlich des 10. Todestages von Ivo B. Micheli will das Stadttheater Bruneck Leben und Werk des in Südtirol weitgehend unbekannten Regisseurs ins engere Blickfeld rücken. Im Rahmen der Vorbereitungen zur Ivo B. Micheli-Filmretrospektive wurde auch der umfangreiche Film- und Plakatnachlass Michelis, der sich teils in Familienbesitz, teils in Archiven befindet, für eine umfassende Werkübersicht bearbeitet. Diese wird im Folio Verlag mit zusätzlichen Beiträgen von Mario Adorf, Wilfried Reichart sowie den Herausgebern Joachim Gatterer und Jessica Micheli erscheinen.
Das Festival-Programm finden Sie unter www.stadttheater.eu
Text: Redaktion, Fotos: Stadttheater Bruneck



