Felbertauernstraße in drei Wochen wieder befahrbar
Landeshauptmann Günther Platter machte sich heute vor Ort ein Bild von der Felssturz-Katastophe am Felbertauern. Er sicherte die Unterstützung von Seiten des Landes Tirol zu. Mit der gestern Nachmittag erfolgten ersten Sprengung, die lt. Angaben des technischen Leiters der FAG, DI (FH) Michael Köll, den größeren Teil der von Geologen auf insgesamt 10 000 m³ geschätzten instabilen Felsmasse an der Abrisskante des Felssturzes von Dienstag zum Abgang brachte, zeigten sich die Verantwortlichen der Felbertauernstraße AG heute sehr zufrieden. Intensive Vorarbeiten für die nächsten Sprengungen, die evtl. schon am Sonntag beginnen könnten, laufen.
Nach dem Erfolg der ersten Sprengung können nun auch die zeitlichen Parameter der Sperre der wichtigen Nord-Süd-Verbindung festgelegt werden. Landeshauptmann Günsther Platter sprach im Rahmen seines heutigen Osttirol-Besuches und Lokalaugenscheines vor Ort von einer machbaren Zielsetzung, die Felbertauernstraße in ca. drei Wochen wieder einspurig befahrbar zu machen. Platter bezifferte den Schaden für die Straßengesellschaft auf ca. 3 bis 4 Millionen Euro, inklusive des Entfalls der Mauteinnahmen, und sicherte eine finanzielle Unterstützung von Seiten des Landes aus dem Katastrophenfonds zu.
LH Günter Platter: „Die Felssturzkatastrophe war ein absolut unvorhersehbares und unberechenbares Ereignis.“
„Der Schaden für die Osttiroler Wirtschaft dürfte deutlich höher ausfallen,“ so der Tiroler Landespolitiker, der aus diesem Grund auch ein vom Land zu 50 Prozent getragenes Sonderwerbekonzept des TVBO für den touristischen Bereich ankündigte. „65 Prozent der Gäste des Bezirkes reisen erfahrungsgemäß über den Felbertauern an, weshalb wir mit zumindest kurzfristigen Rückgängen im Tourismus rechnen. Mittels der Sonderwerbemaßnahmen mit einem Gesamtbudget von 200.000 Euro sollen u.a. auch neue Märkte, etwa Italien, beworben werden, bei denen eine ungestörte Verbindung nach Osttirol gegeben ist.“
Ein Hindernis ist die Sperre der Straße nicht nur für die Gäste, betroffen sind natürlich auch die Pendler. Von insgesamt 3 000 Aus- und 1 000 Einpendlern für den Bezirk Lienz (auf Basis von Berechnungen der WK Tirol) sprach in diesem Zusammenhang Matreis Bürgermeister Dr. Andreas Köll, der Bezug auf das „kreative“ Alternativangebot nahm: „Die Idee, Pendler per Bus bis zum Tauernhaus in Matrei zu führen und von dort aus die Erreichbarkeit des Felbertauern-Südportals über einen ca. 2 Meter breiten Fußweg zu sichern, um dann per Bus weiter nach Mittersill oder Kitzbühel zu gelangen, soll mit 21. Mai 2013 umgesetzt werden. Wir haben diesbezüglich intensive Gespräche mit dem VVT geführt, der flexibel reagiert hat. Der Marsch von Bus zu Bus dauert rund 15 bis 20 Minuten. Der betreffende Rodelweg wird über Pfingsten von Mitarbeitern der Felbertauernstraße adaptiert. Mit dieser Lösung können sich die dafür in Frage kommenden rund 500 bis 800 Pendler, die täglich über den Felbertauern müssen, viel Zeit ersparen!“
Pressekonferenz am 17.5. mit Bgm. Dr. Andreas Köll, FAG-Vorstands-Dir. Mag. Karl Poppeller, LH Günther Platter, Bezirkshauptfrau Dr. Olga Reisner und DI (FH) Michael Köll, technischer Leiter der FAG (v.l.n.r.)
Die Felbertauernstraße AG hat übrigens keine Versicherung für die finanziellen Ausfälle durch die fehlenden Mauteinnahmen bzw. die nun auf die Straßengesellschaft zukommenden Bau- und Sanierungskosten. „Allein über das Pfingstwochenende des Vorjahres zählten wir rund 30 500 Frequenzen“, so FAG-Vorstandsdirektor Mag. Karl Poppeller, der sich vom großen Echo auf den Felssturz überrascht zeigte. „Unsere Homepage wies in den letzten Tagen rd. 15 000 Zugriffe auf. Es gibt keine deutschsprachigen Sender, keine TV-Anstalt, die sich nicht bei uns gemeldet haben. Wir setzen alles daran, auch weiterhin so rasch und professionell wie bisher über den jeweils aktuellen Stand zu informieren.“
Text: E. Hilgartner, Fotos: Brunner Images, Journal/Sulzenbacher, Video: Brunner Images

